Wald tut gut. Schon zehn Minuten bringen eine gesundheitsfördernde Wirkung.

Warum ist das so? Wissenschaftler auf der ganzen Welt beschäftigen sich mit dieser Frage. Ein Grund: Waldluft enthält 90 Prozent weniger Staubteilchen als Stadtluft.

Aufenthalte im Wald reduzieren Stress und entspannen. Das Herz schlägt ruhiger, der Blutdruck sinkt und die Muskeln entspannen. Japanische Forscher haben herausgefunden, dass der Wald so unsere Abwehrkräfte stärkt. Sogenannte „Killerzellen“ unseres Immunsystems vermehren sich, wenn wir im Wald sind.

Eine der frühesten Studien zur gesundheitlichen Wirkung des Waldes erschien schon 1984 im Wissenschaftsmagazin „Science“. Demnach wirkt allein der Anblick von Bäumen messbar positiv auf Menschen, die krank sind. Patienten, die nach einer Operation ins Grüne schauten, wurden schneller gesund als jene, die nur auf eine Hausmauer sahen. Sie benötigten auch deutlich weniger Schmerzmittel.

Das bestätigt auch der österreichische Biologe und Buchautor Clemens Arvay, der internationale Forschungsergebnisse zur Wirkung des Waldes sammelt: „Der Wald hilft uns gegen Depressionen, gegen psychische Stressbelastungen und Burnout. Aber er stärkt auch unser Immunsystem, kann uns vor ernsthaften chronischen Krankheiten schützen und sogar vor Herzinfarkt.“

Im Gespräch mit dem NDR erläutert er: Die vielfältigen Sinneseindrücke, wie das Zwitschern der Vögel und der Geruch von Tannennadeln, stimulieren die Aktivität des Parasympatikus. „Das ist ein wichtiger Teil unseres Nervensystems, der für Erholung und Regeneration bis auf Zellebene verantwortlich ist“, so Arvay. Der Gegenspieler des Parasympathikus, der Sympathikus, sei vor allem im urbanen Alltag, zwischen Lärm und Verkehr, sehr aktiv ist. Der Aufenthalt im Wald bringt so den dringend notwendigen Ausgleich für Stadtmenschen.

Wald-Vorreiter Japan

In Japan weiß man schon länger um die gesundheitsfördernde Wirkung des Waldes. Waldbesuche gehören seit Jahren zur Gesundheitsvorsorge. Der Begriff „Shinrin-yoku“ bedeutet übersetzt „Waldbaden“ und ist eine japanische Tradition. 2012 wurde an japanischen Universitäten sogar ein eigener Forschungszweig für „Waldmedizin“ eingerichtet. Auch am WIFI Niederösterreich gibt es mittlerweile eine Weiterbildung zum Thema Wald und Gesundheit. Darin geht es um die Frage, wie Waldbesuche für therapeutische Zwecke eingesetzt werden können.

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Der Wald ist als natürlicher Ruhepol unübertroffen, und das, ohne jemals langweilig zu sein. Als Umgebung für gesundheitsfördernde Therapien unterstützt er den Prozess der Entschleunigung optimal, gleichzeitig übt er durch die Vielfalt, die es in jeder Sekunde zu entdecken gibt, eine belebende Wirkung aus. Allein das Alter und die Mächtigkeit von Waldbäumen üben eine unvergleichliche Wirkung auf Betrachter aus und regen zur Reflexion an.

Wald als Klassenzimmer

Doch der Wald kann nicht nur heilen! Im Wald kann man außerdem lernen, was man im Klassenzimmer nicht lernen kann: einen Blick für Lebensräume und unterschiedliche Arten, wie ein Holzernteeinsatz vor sich geht, welche Wirkungen unterschiedliche Waldtypen auf einen selbst ausüben, wie waldpädagogische Anregungen in der Praxis angewandt werden. Außerdem: wie es mit der Natur gelingt, eine veränderte oder gar neue Perspektive einzunehmen… und vieles mehr!

Die österreichischen Bundesforste bieten die Möglichkeit, Waldorte gezielt für unterschiedliche Therapien zu finden und diese im Rahmen einer vertragliche Regelung zu nutzen. Am WIFI Niederösterreich können sich Teilnehmer/innen aus sozialen und pädagogischen Berufen im Wald weiterbilden. Nach Abschluss erhalten die Teilnehmer/innen zusätzlich zum WIFI-Zeugnis auch eine Urkunde, die sie als Kooperationspartner/innen der Österreichischen Bundesforste auszeichnet.

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