Wenn du eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten hast, ist ein wichtiger Schritt im Bewerbungsprozess getan. Jetzt musst du von Angesicht zu Angesicht überzeugen. Damit du dich optimal vorbereiten kannst, haben wir für dich die häufigsten Angst-Fragen beim Vorstellungsgespräch zusammengefasst – und die richtigen Antworten parat.

Was sind „Angst-Fragen“?

Neben den Standardfragen gibt es auch gefürchtete Angst-Fragen, die dir in folgender oder leicht abgewandelter Form gestellt werden können. Hier sind die fünf häufigsten Angst-Fragen beim Vorstellungsgespräch und passende Antworten:

„Wie erklären Sie die Lücken im Lebenslauf?“

Wenn du zwischen zwei Jobs Lücken hast, die über ein oder zwei Monate hinaus gehen, wird dein Gegenüber wahrscheinlich darauf zu sprechen kommen. Für Personalverantwortliche ist von Interesse, was du in dieser Zeit gemacht hast oder wie es zu dieser Lücke gekommen ist. Und hier sind die Gründe vielfältig: Jobsuche, Krankheit oder das Pflegen von Angehörigen kann dazu geführt haben. All das ist menschlich.

Wichtig ist, dass du bei deiner Antwort immer bei der Wahrheit bleibst. Denn wer lügt, kann auch nachträglich gekündigt werden.

Konzentriere dich bei der Beantwortung darauf, was du alles während der Zeit aktiv unternommen hast – zum Beispiel, um einen Job zu finden.

Wenn du aus Krankheitsgründen zu Hause warst, bleibst du am besten bei der kurzen und knappen Antwort „aus gesundheitlichen Gründen“. Denn über Privates und Krankheiten musst du beim Vorstellungsgespräch nicht sprechen. Der Personalverantwortliche wird es in der Regel dabei belassen (müssen). Bleibe positiv. Du kannst zum Beispiel ergänzen, dass du nun voller Power neustarten möchtest.

Auch die Antwort „Neuausrichtung des Privatlebens“ ist durchaus legitim und sollte weitere Fragen ausschließen.

TippWenn du eine Weiterbildung gemacht hast, längere Zeit im Ausland verbracht hast oder du dich für einen Verein oder eine Organisation engagierst, solltest du das unbedingt erwähnen. Jede Aktivität zeigt, dass du nicht untätig warst und bringt oft wertvolle Erfahrungen und Soft Skills, die der künftige Arbeitgeber schätzen wird.

„Wie gehen Sie mit Konfliktsituationen um?“

Diese Frage zielt auf deine Persönlichkeit ab. Dabei solltest du dich nicht auf einen klaren Typ versteifen. Antworten wie „Ich halte mich grundsätzlich raus“ oder „ich bin immer der Streitschlichter“ vermitteln, dass du dich auf eine Rolle fixierst. Du bist jedoch flexibel und feinfühlig. Deshalb kommt es immer auf die Situation an, wie du auf Konflikte reagierst.

Eine mögliche Antwort wäre: „Je nach Situation entscheide ich, ob ich mich aus dem Konflikt raushalte, oder Initiative zur Schlichtung ergreife.“

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„Warum sind Sie der/die Richtige für die Position?“

Die Frage scheint ganz einfach – und doch ist es eine Angst-Frage beim Vorstellungsgespräch. Denn oft fällt es gar nicht so leicht, über die eigenen Vorzüge zu sprechen. Trotzdem: Jetzt ist es an der Zeit, alle Asse aus dem Ärmel zu holen.

Beziehe dich bei der Antwort immer auf die Position und die Spezifika des Unternehmens. Nicht deine Wünsche, wie ein hohes Gehalt, machen dich zur Idealbesetzung, sondern deine Fähigkeiten und Know-How, die optimal zur Stelle passen.

Verknüpfe deine Talente mit den Anforderungen des Jobprofils und vergiss nicht, individuelle Erfahrungen, die dich zum Idealbewerber machen, anzuführen. Das kann ein Auslandsaufenthalt sein, oder zum Beispiel das besondere Interesse am Produkt des Unternehmens.

„Warum möchten Sie ihren Job wechseln?“

Auch diese Frage ist nicht immer einfach zu beantworten. Schließlich solltest du es tunlichst meiden, schlecht über das vorige Unternehmen oder den ehemaligen Chef zu sprechen.

Besser ist es, in die Zukunft zu blicken. „Die berufliche Weiterentwicklung“ klingt zwar nach einer Standardantwort, aber wenn du ergänzt, was dich am neuen Job reizt und worauf du dich besonders freust, wird daraus eine schlüssige und positive Antwort.

„Ich möchte mich fachlich weiterentwickeln“ oder „Ich möchte eine neue Branche kennen lernen“, sind ebenso gute Antworten.

Auch persönliche Gründe, wie ein Umzug auf Grund eines Jobwechsels des Partners zum Beispiel, sind plausibel und dürfen an dieser Stelle ehrlich genannt werden.

Das höhere Gehalt sollte nicht als Motivation genannt werden, den Job zu wechseln. Auch Gründe, wie „mir war im alten Job langweilig“ oder „Ich will keine Überstunden mehr machen“ werden wahrscheinlich eher negativ aufgefasst und sind damit NO GOs.

„Was ist Ihre größte Schwäche?“

Schokoladeneis“ und andere scherzhafte Antworten solltest du dir an dieser Stelle sparen. Bleibe beim Thema.

Sprich zum Beispiel vom Weiterbildungsbedarf in einem gewissen Fachthema. Das zeigt, dass du motiviert bist. Du könntest beispielsweise auch erwähnen, dass es bei deiner Präsentationstechnik noch etwas Luft nach oben gibt und du dich gerne in diesen Bereich weiterbilden würdest.

Die Kernkompetenzen des Jobs sollten allerdings nie zu deinen Schwächen zählen.

Achte also immer darauf, dich nicht unter Wert zu verkaufen. Wenn deine größte Schwäche jene ist, dass du „zu viel arbeitest“, sage es – aber übertreibe nicht maßlos. Wenn du „ein wenig zu ehrgeizig“ bist, kommt das besser rüber als „ich bin ein schlechter Teamplayer“.

Ehrlich währt am längsten. Ein Vorstellungsgespräch ist aber auch kein Seelenstrip. Überlege dir also eine sympathische Antwort, die mit der Stelle in Verbindung steht, aber dir nicht den Weg verbaut. Ganz ohne Schwächen solltest du übrigens auch nicht auftreten, das wäre unglaubwürdig.