Warum beginnt man ein berufsbegleitendes Studium? Viele sind von ihrem Job so gefordert, dass ein Studium für sie nicht in Frage kommt. Wir haben Wolfgang Mader gefragt, warum man es trotzdem angeht. Der frischgebackene Master of Science (MSc) hat im Rahmen der Berufsakademie den viersemestrigen Master-Lehrgang Marketing & Verkaufsmanagement mit Auszeichnung abgeschlossen.

WIFI-BLOG: Herr Mader, Sie haben ihren Master-Lehrgang im Bereich Marketing und Verkauf erfolgreich abgeschlossen – und zwar berufsbegleitend. Wie ist ihr Werdegang?

Wolfgang Mader: Nach der Werbe Akademie war ich jahrelang für diverse renommierte Werbeagenturen tätig, wo der Fokus auf Markenbildung und Markenentwicklung lag. Dann bin ich auf die Unternehmensseite gewechselt, in die werbliche Kommunikation. Im Moment bin ich dabei, mich selbstständig zu machen. Zuletzt war ich im Marketing tätig im Bereich Automotive. Ich habe das komplette Handelsmarketing für eine asiatische Automobilmarke für Österreich gemacht. Das bedeutet: Händler/innen wurden von uns im Bereich des strategischen und operativen Marketings betreut.

Warum haben Sie sich entschlossen noch einmal zu studieren?

Es gab mehrere Gründe. Zum einen waren die Module sehr ansprechend. Das waren exakt die, auf die ich einen Fokus legen wollte. Meine letzte Ausbildung lag schon Jahre zurück. Es ändern sich doch immer wieder Details in der Markenschulung und Markenentwicklung.

Gerade in den letzten zwölf Jahren hat sich im digitalen Bereich sehr viel verändert. Auch nicht unwichtig war die Frage: Wie lässt es sich mit dem Job vereinbaren – schaffe ich es auch zu einer bestimmten Uhrzeit dort zu sein? Meistens waren am Donnerstag und Freitag Prüfungen, freitags und samstags Vorlesungen. Man sitzt schon mal bis 22:00 Uhr an einem Freitag an der Uni, für Berufstätige aber ist das super zu kombinieren.

Wie war das für Sie persönlich umsetzbar?

Leicht war es nicht! Der viersemestrige Lehrgang ist zwar berufsbegleitend aufgebaut, die Vortragenden nehmen auch auf die individuellen Bedingungen der Studierenden Rücksicht. Trotzdem sind diese zwei Jahre knackig und auch fordernd.

Vor allem in Bezug auf die Masterarbeit und -prüfung im zweiten Jahr. Man hat noch Vorlesungen, schreibt aber gleichzeitig an der Thesis und bereitet sich auf die Prüfung vor. Im ersten Jahr denkt man noch: Ja, das schafft man. Im zweiten merkt man: Man muss sich ranhalten. Da ist ein gutes Zeitmanagement notwendig, sonst wird es eng. Es ist doch ein Masterstudienlehrgang und das sollte man nicht unterschätzen.

Natürlich spielen viele Faktoren eine Rolle, auch private. Aber es ist machbar! Wir hatten eine ganz gute Quote in unserem Jahrgang. Einige meiner Kollegen/innen haben auch Bildungskarenz beansprucht. Das ist sicher empfehlenswert, vor allem im zweiten Jahr.

Die Inhalte des Lehrgangs decken viele Bereiche ab . Was ist Ihnen besonders positiv in Erinnerung?

Also alles was das strategische Marketing berührt hat. Da komme ich her, da konnte ich vieles in Theorie und Praxis vergleichen. Wenn ich an etwas Spezielles denke, dann fällt mir das Modul Business Intelligence ein. Das war besonders ansprechend und spannend. Eine sehr positive Überraschung.

Wenn man müde ist und sich selber motivieren muss die Vorlesungen zu besuchen, dann ist es großartig, wenn das Modul einen nicht nur inhaltlich abholt, sondern auch emotional. Das ist ein Motivations-Schub, um mit zusätzlichen Belastungen leichter umzugehen. Für mich war es wichtig, dass man Klassen hat, die kleiner sind als 25 Personen. So haben Vortragende die Möglichkeit, persönlich auf die Studenten/innen einzugehen. Umgekehrt kann man auch die Vortragenden besser erreichen, Fragen stellen, auch nach dem Unterricht. Es nehmen sich durchwegs alle Zeit.

Was hat Ihnen die Ausbildung nun gebracht? Wo und wie haben Sie in der Praxis einen Unterschied bemerkt?

In meinem Fall konnte ich vieles anwenden, das ich in den zwei Jahren gelernt habe. Das hilft gewaltig. Durch das Studium habe ich ein breiteres Verständnis für Zugänge und Aufgaben, die eigentlich neben den eigentlichen Kernaufgabenbereich bestanden haben. Vieles ist verknüpfbarer geworden, ich kann schneller Zusammenhänge erkennen.

Ich sehe auch in der Praxis neue Zugänge und Lösungen, die wiederum dem Unternehmen weiterhelfen können. Das Wichtigste ist dabei: Auch ich selbst fühle mich dabei sicherer! Bei einer Arbeit, die ursprünglich immer nach Schema F abgehandelt wurde, kann ich noch viele weiterer Wege erkennen, die schlussendlich zum Erfolg führen. Das ist ein großer Vorteil. 

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