An den WIFIs unterrichten über 12.000 Trainer:innen. Was sie alle gemeinsam haben: Sie sind absolute Profis ihres Fachs. So auch Christine Damböck. Die Niederösterreicherin ist Fremdenführerin mit Leib und Seele – und hat ein Herz für die Wachau. Sie liebt ihren Beruf so sehr, dass sie WIFI-Trainerin geworden ist. Für den WIFI-Blog haben wir sie gefragt, wie das passiert ist. 

„Ab der ersten Führung hat es mir Spaß gemacht“

WIFI-Blog: Wie sind Sie Fremdenführerin geworden?

Christine Damböck: Das war ein großer Zufall. Nach meinem Englisch-Kunstgeschichte-Studium wollte ich nicht in Wien bleiben. Da habe ich beim Stift Melk einen Job in der Kunstvermittlung bekommen. Das wollte ich zunächst machen, bis ich etwas „Besseres“ finde. Doch ab der ersten Führung hat mir die Tätigkeit großen Spaß gemacht.

Beim Stift habe ich den hauseigenen Schulungsprozess mitgemacht, 2007 dann die Ausbildung zur Fremdenführerin beim WIFI NÖ begonnen, 2008 abgeschlossen. Nachdem ich zehn Jahre parallel beim Stift Melk und in der Wachau als Fremdenführerin arbeitete, habe ich mich schließlich 2016 ganz selbstständig gemacht.

Wie kommt man als freie Fremdenführerin an Aufträge?

In meinem Fall war das sehr einfach. Ich habe beim Stift Melk auch an der Kasse und beim Informationsschalter gearbeitet. Dadurch, und durch die Führungen, kannte ich bereits sehr viele Reisebüros und Agenturen – genauso wie sie mich kannten. Nachdem ich mich selbstständig gemacht hatte, führte ich einige Telefonate mit den großen Agenturen, die in der Wachau Fremdenführer vermitteln. Generell geht in unserem Beruf viel über Empfehlungen und Mundpropaganda: „Kennst du wen, der eine Führung machen kann?“ Aus meiner Angestelltenzeit hatte ich viele nette Kontakte.

Hätte ich die nicht gehabt, wäre ich bei den Reisebüros Klinken putzen gegangen, hätte mich beworben und vorgestellt. Heute sind natürlich eine eigene Webseite und soziale Medien wie Facebook nicht wegzudenken. Dort betreibe ich mit einer Kollegin die Seite „Wachau mit Herz“. Wir machen Führungen für diverse Reiseanbieter, sind aber auch für private Gäste und Gruppen gerne zu buchen. Aktuell biete ich – neben Gruppenführungen – Freitag abends eine Führung für Individualgäste durch die Altstadt von Melk an. Das wird durch eine Kooperation mit dem örtlichen Tourismusbüro erleichtert.

Sie wollen Trainer:in werden?

„Wir kennen uns alle in der Branche“

Wie sind Sie zur WIFI-Trainerin geworden?

Auch das lief über Kontakte. Nachdem es 2010/11 zu einem Wechsel in der Kursleitung des niederösterreichischen Fremdenführerlehrganges kam, wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen könne einige Stunden zu unterrichten. Nach vier Jahren als Trainerin konnte ich 2015 auch die Kursleitung übernehmen, außerdem unterrichte ich nach wie vor die Kunstgeschichte und mache Exkursionen. Über Kontakte und Empfehlungen bin ich dann auch nach Wien gekommen. Schließlich kennen wir uns in der Branche alle ein bisschen.

Was nehmen die Teilnehmer:innen aus Ihren Kursen mit?

Mir ist es wichtig, ihnen mitzugeben, was man im Alltag braucht. Ich habe Kunstgeschichte studiert, aber man muss kein:e Wissenschaftler:in sein, um als Fremdenführer:in zu arbeiten. Es geht vielmehr darum, komplexe Inhalte so darzustellen, dass sie auch jemand verstehen kann, der über kein großes Vorwissen in diesem Bereich verfügt. Ich möchte den Teilnehmer:innen zeigen, wie sie etwas umsetzen können, damit es in der Praxis funktioniert. Das sollte man immer im Hinterkopf haben.

Warum trainieren Sie beim WIFI?

In NÖ ist das WIFI derzeit die einzige Einrichtung, an der man die Ausbildung absolvieren kann. Mich reizt, dass es eine umfangreiche, gute Ausbildung ist. Sie dauert drei Semester und ermöglicht einen guten Überblick über die vielfältigen Facetten des Berufs. Wir zeigen, wie individuell und unterschiedlich der Beruf ausgeübt werden kann. Mich persönlich reizt auch der Kontakt zu verschiedenen Menschen, als Fremdenführerin genauso wie als Trainerin. Darüber hinaus ist es nicht unwichtig, dass wir „Alteingesessenen“ die zukünftigen Kollegen kennenlernen.

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