Viele Führungskräfte haben ihre Mitarbeiter/innen schon lange nicht mehr gesehen. Das hat organisatorische Auswirkungen – aber auch wirtschaftliche. Wie funktioniert Mitarbeiterführung unter solchen Voraussetzungen?

In welchen Zeiten der Führung leben wir?

Aktuelle Mitarbeiterführung ist geprägt von demographischen Veränderungen. Es gibt weniger junge Mitarbeiter/innen – deshalb spricht man vom „War of Talents“. Jedes Unternehmen will fachlich gut ausgebildete, energievolle, engagierte Mitarbeiter/innen finden.

Deshalb entwickelte sich der Arbeitsmarkt von einem Arbeitgeberinnenmarkt hin zu einem Arbeitnehmerinnenmarkt. Ihre zukünftigen Mitarbeiter/innen erwarten sich, dass Sie achtsam mit ihnen umgehen – auch und vor allem zu Krisenzeiten.

Was muss ich als Führungskraft in Zeiten der Krise beachten?

Das wichtigste ist: die Krise als solche zu erkennen. Ob im Unternehmen etwas daneben läuft, Kunden verlieren – das bekommt nicht jede/r Unternehmer/in sofort mit. Covid-19 war als Krise jedoch klar erkennbar. 

Führungskräfte beschäftigen viele Fragen: Wie geht es mit meinem Geschäftsmodell weiter? Sie erleben Kontrollverlust und haben mit Dingen zu tun, die sie nicht beeinflussen können.

Hier empfiehlt sich: Nichts überstürzen, sondern alle relevanten Informationen sammeln. Ziehen Sie Ihre Analyse Experten aus Steuerberatung, Rechtsberatung, Behörden und Interessensvertretungen als Sparrings-Partner/innen hinzu. Versuchen Sie gemeinsam, Ihre Liquidität zu erhalten. Erhalten Sie sich Ihre Handlungsfähigkeit.

Was brauchen Mitarbeiter/innen?

Hektik und Resignation überträgt sich auf die Organisation. Handlungsfähigkeit überträgt sich deshalb genauso. Die Fassung bewahren bedeutet dabei nicht, dass man offene Fragen verbergen muss. Man sollte sich vor den Mitarbeiter/innen nur der Angst nicht hingeben.

Agieren Sie als stabiler Bezugspunkt zu Ihren Mitarbeiter/innen. Kommunizieren Sie offen, auch mit Ihren Banken, Lieferanten, Kunden. Schüren Sie keine Panik! Jedoch sind auch beschönigende Worte selten gut.

Beschreiben Sie die Lage. Was sind die nächsten Schritte? Sie müssen nicht immer voll-ausformulierte Lösungen präsentieren. Sie dürfen sich Ihrer Mitarbeiter/innen auch als Ratgeber bedienen.

Wie führe ich mein Team?

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Wie kommuniziere ich mit meinen Mitarbeiter/innen?

Kommunizieren Sie mit Mitarbeiter/innen kontinuierlich und zeitlich geplant. Das bringt Halt und Sicherheit. Dieses Gefühl können Videokonferenzen zu einem gewissen Zeitpunkt erzeugen.

Wie kann ich als Führungskraft in der Krise agieren?

Experten befürworten normalerweise einen kooperativen, situativen Führungsstil. In der Krise bewährt sich jedoch straffe, ergebnisorientierte Top-down-Führung: Klare Botschaften, die die Handlungskraft zeigen. Klare Anweisungen helfen Ihrem Team.

Kommunizieren Sie Ihre Kernbotschaften: Einmal ist oft kein Mal. Wahr ist, was die Empfänger (Ihre Mitarbeiter/innen) verstehen.

Es empfiehlt sich auch einen Krisenstab aufzusetzen, der Lösungskonzepte erarbeitet. Beziehen Sie dafür auch Schlüssel-Arbeitskräfte und Opinion Leader aus Ihrem Unternehmen mitein.

Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Bei großen Entscheidungen gibt es immer die Gefahr sich zu verzetteln. Führen heißt aber nicht zuletzt Entscheidungen treffen. Falsche Entscheidungen können auch rückgängig gemacht werden.

Wie gehen Mitarbeiter/innen mit der Krise um?

Corona hat viele verschiedene Verhaltensweisen produziert. Wenn die wirtschaftliche Existenz bedroht ist, kann das zu Konflikten führen – auch bei Mitarbeiter/innen.

In Zeiten der Krise sollten wir deshalb nachsichtiger als sonst agieren, weil dahinter Angst und Unsicherheit liegen können. Nicht mit Druck reagieren oder mit reinen Sach-Argumenten. Häufig liegen Probleme auf der Beziehungsebene. Wenden Sie sich individuell zu, hören Sie zu, zeigen Sie Verständnis. Zeichnen Sie positive Bilder über die Zukunft, auch wenn es nicht immer einfach ist.

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