Ob Weinverkostung, Wanderung, Escape-Room oder Cocktail-Teambuilding: Firmenausflüge sind gut fürs Betriebsklima. Sie stärken das soziale Miteinander bestehender Teams. In einer idealen Welt klappt das auch ganz prächtig, es kann aber auch so richtig schief gehen.

Sollen, müssen, dürfen

Damit das nicht passiert, sollten alle Beteiligten in erster Linie die allgemeinen Benimmregeln kennen. Das heißt, man sollte mitkommen, den Dresscode berücksichtigen und den Umgang mit Alkohol im Griff haben. Dazu kann man sich in aller Ruhe unsere Beiträge zur Weihnachtsfeier oder Bürokleidung zu Gemüte führen.

Bei den Feinheiten wird’s dann schon schwieriger. Was spitze ankommt und was weniger prickelnd ist, wenn man mit der Firma unterwegs ist:

Nicht kommen – geht gar nicht!

Wer sich anmeldet, muss auch da sein. Im Hochseilgarten bemerken, dass man doch unter Höhenangst leidet, beim Rafting checken, dass man ja gar nicht schwimmen kann, oder sich in der Schokoladenfabrik die Laktoseintoleranz in Erinnerung rufen. Das sind Sachen, die man sich vorher überlegen hätte sollen.

Kann man mit der Betriebsausflug-Idee generell gar nicht leben, gibt man vorher Bescheid, oder man macht es wie die meisten: Man legt sich eine noble Ausrede zurecht. Rechtzeitig. Denn wie überall im beruflichen Kontext gilt: Eine Absage im letzten Moment ist einfach nicht super.

Lieber nicht: Schimpfen und Jammern

Niemand mag den Miesepeter. Deswegen kann der beim Betriebsausflug zu Hause bleiben. Tratsch und Klatsch gehören nicht zum guten Ton. Noch schlimmer sind Schwarzmalerei. Also lieber an der Oberfläche bleiben – auch wenn wir in Österreich sind und „granteln“ und „sudern“ irgendwie zum Alltagsleben gehört.

Die Organisation loben

Hinter jedem Event steckt auch Arbeit. Jemand hat sich hier Mühe gemacht. Es ist ein schöner und reifer Zug, das Positive und Gelungene hervorzuheben. Oft hört man auch, Erwachsene bekämen im Durchschnitt generell viel zu wenig Lob im Job.

Klar kann man dabei auch übers Ziel hinausschießen, wenn man übertreibt. Auch wenn man sich extrem fürsorglich gibt.

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Zur Ausflugsmama mutieren

Die Ausflugsmama legt ihren Schutzmantel über alle. Sie ist bestens vorbereitet, hat vorgedacht und mitgebracht. Die Ausflugsmama hat garantiert Snacks. Und Kekse. Und Kaffee. Und Taschentücher. Wasser: sowieso. Und Handdesinfektionsmittel. Und eine Reiseapotheke. Und Verbandszeug.

Und: Sie hört nicht auf, anzubieten! Die Ausflugsmama macht außerdem noch was anderes gern: Die „Neuen“ unter ihre Fittiche nehmen um ihnen die Firma zu erklären. Was sicher gut gemeint ist, kann leider auch überfordern.

Den Typ der Ausflugsmama gibt’s natürlich auch als Papa.

Der Erklärer sein

Die meisten Wiener/innen kennen das: Das Ringbim-Phänomen. Und das sieht so aus: In einer Straßenbahn-Linie, die am Wiener Ring verkehrt, ist eine Gruppe von Menschen unterwegs, die sich „was anschauen“ möchte. Dabei gibt es einen (meist selbsternannten) Anführer. Dieser versucht, mit seinem dauerhaft aus dem Fenster gerichteten Blick nichts zu übersehen. Möglichst ausführlich kommentiert er jedes Gebäude, jedes Plakat, jede Person, jede noch so kleine Auffälligkeit. Und erklärt selbstbewusst und laut etwas vollkommen Falsches über Wien. Uff.

Fotos machen!

Schöne Dinge sollte man dokumentieren. Super ist, wenn man ein paar „coole“ oder lustige Accessoires mit hat. Vielleicht passt das ja mal in einem Moment und man kann ein paar echte Ausflugs-Highlights inszenieren. Ob Instagram-Story oder Polaroid: vorher fragen, vorm Posten auch.

Vielleicht kann man die Fotos später in der Arbeit aufhängen.

Angehörige mitnehmen

Das kann passen oder auch nicht: Partner/in, Kind oder Hund mitzunehmen. Dies sollte man im Vorhinein mit Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen abklären.

Sozialer Austausch

Gehört zum guten Ton: nicht immer in derselben Gruppe zu verharren. Auf andere Zugehen wirkt professioneller – und sympathischer.

Einen Tag lang bei Chefitäten zu schleimen steht dem Teamgeist entgegen. Ein gesunder Mittelweg ist angebracht. Ein paar Beispiele lesen Sie in unserem Smalltalk-Beitrag.

Wichtig ist: aktiv und offen auftreten und wirklich zuhören. Ein kontinuierliches am Smartphone-Starren signalisiert das nicht. Das gilt mittlerweile als unpässlich – außer man arbeitet oder fotografiert damit.

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