Es gibt Gründe, warum manche die Schule abbrechen. Die Einsicht kommt oft erst nach einer gewissen Zeit. Dann wird’s auch was mit der Matura. Mal früher, mal später. Hauptsache, es ist möglich – und zwar jederzeit.

Laurenz Kießwetter – machte in nur einem Jahr die Berufsmatura

Nach vier Jahren HTL – also nur ein Jahr vor der Matura – warf Laurenz Kießwetter das Handtuch. Warum? „Es war eine zutiefst persönliche Entscheidung, aber ich würde es wieder so machen.“ Das verwundert zuerst ein wenig. Aber bei näherer Betrachtung wird klar: Er bereut seine Entscheidung deshalb nicht, weil sie ihn dorthin gebracht hat, wo er heute steht. Da will jede/r natürlich mehr über seinen Werdegang wissen.

Nach dem Schulabbruch absolvierte Kießwetter den Grundwehrdienst beim Bundesheer. Danach verschlug es ihn ins Cineplexx in seiner Heimatstadt Spittal an der Drau, wo er als technischer Assistent und dann als stellvertretender Betriebsleiter tätig war. Nebenbei begann er, selbstständig als IT-Techniker zu arbeiten. Doch dann erkannte Laurenz Kießwetter, dass es in der Berufswelt ohne Schulabschluss nicht einfach ist. „Egal, ob man selbstständig ist oder einen guten Job sucht – die Leute wollen einfach, dass man eine abgeschlossene Ausbildung hat.“

„Man muss einfach immer wieder aufstehen“

Grund genug für ihn, was zu ändern – und das schnell. Die Berufsreifeprüfung am WIFI war dafür genau richtig. In nur einem Jahr schloss er berufsbegleitend die Ausbildung ab. „Es war schon hart. Am Vormittag arbeitete ich in der Bank, bei der ich damals ein Traineeprogramm machte, und viermal die Woche musste ich danach von 18 bis 22 Uhr noch ins WIFI“, erinnert sich Laurenz Kießwetter und fügt hinzu: „Zum Glück lerne ich leicht, und viel wusste ich noch von der HTL.“

Aber auch der starke Zusammenhalt unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die einen immer wieder motivieren, tat das Seine, dass der Kärntner sein Berufsreifeprüfungszeugnis so schnell in der Tasche hatte. Heute ist er immer noch bei der Bank und nebenbei selbstständig – und glücklich. Schließlich stehen ihm jetzt alle Karrierewege offen.

„Man muss einfach immer wieder aufstehen und Energie aus den Dingen ziehen, die einem Spaß machen“, sagt Laurenz Kieswetter heute, „dann kann man alles schaffen.

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Jutta Thomasberger – startete mit 49 ins Abenteuer Berufsmatura

Berufsabschluss auf Umwegen

Ebenfalls auf der Zielgeraden die Luft ausgegangen ist Jutta Thomasberger. Sie stieg in der siebten Klasse aus dem Gymnasium aus und begann zu arbeiten. „Ich hatte Probleme in Latein und habe auch meine Jugend sehr genossen“, erzählt die Niederösterreicherin aus Lunz am See. Dieses Ausstiegsszenario ist allerdings schon länger her, denn sie ist heute 52 – und hat mittlerweile doch die Matura.

In das Abenteuer Berufsreifeprüfung hat sie sich erst mit 49 gestürzt. Thomasberger: „Ich habe lange in einem ziviltechnischen Büro gearbeitet und mich immer weitergebildet. Aber einen Abschluss hatte ich nie.“ Und so kam es, dass sie parallel zu ihrer Arbeit die Ausbildung zur Masseurin im WIFI machte und sich so ihren Berufsabschluss holte. „Das Thema Gesundheit hat mich schon immer begeistert“, sagt Thomasberger und startete als freiberufliche Heilmasseurin.

„Ich habe mich danach viel mutiger gefühlt“

Der Studienabschluss ihres Sohnes und auch ihr Mann, der gerade das Studium der Energieautarkie machte, motivierten die ehrgeizige Frau, nach noch höheren Sternen zu greifen. „Aber alles, was sich angeboten hat, war nur mit Matura möglich. Also machte ich die Berufsreifeprüfung am WIFI.“ Letztlich hat sie dann ihr Sohn ermutigt. „Ich bin schließlich zum Info-Abend gefahren und habe mich für Mathematik angemeldet.“

Zur Vorbereitung auf die einzelnen Prüfungsfächer besuchte Jutta Thomasberger die Tageskurse. „Ich bin ein Mensch, der am Abend nicht so aufnahmefähig ist.“ Bei ihrer damaligen Deutschtrainerin würde sie sofort wieder einen Kurs buchen, wie sie verrät. „Sie hat ihr Wissen so gut weitergeben können!“ Und nach der Matura? „Ich habe persönlich davon sehr profitiert und an Selbstsicherheit gewonnen“, sagt Thomasberger. Ein Studium zu beginnen, das schwebt ihr noch immer vor. Wenn es jetzt noch nicht klappt, dann vielleicht später: „Ich habe zwei Patienten, die haben noch in der Pension studiert.“ Die besten Vorbilder, dass es fürs Weiterlernen nie zu spät ist, hat sie also auf jeden Fall.

„Es ist ein irrsinnig gutes Gefühl, wenn man so einen Abschluss schafft“, sagt Frau Thomasberger abschließend, „Ich habe mich nachher viel mutiger gefühlt.“

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