Die österreichische Songcontest-Starterin Zoë Straub begeistert nicht nur mit ihrer Stimme (frz.: voix, f.). Sie spricht auch perfekt Französisch! Die Liebe für Frankreich geht bei ihr aber vor allem durch den Magen (frz.: estomac, m.).

„Französisch klingt sogar dann schön, wenn du fluchst“, schmunzelt Zoë und begibt sich mit uns auf Shoppingtour durchs Bistro Beaulieu, wo sogar die Mäuse eine Baskenmütze tragen würden. Dort gibt es cremige Käsesorten, verführerisch süße Tartes und schaumigen Café au Lait. Aus den Lautsprechern ertönen Chansons à la Édith Piaf. Pariser Flair mitten in Wien: genau der richtige Ort für unsere Songcontest-Teilnehmerin!

„Gesund isst man nicht!“

Zoe im franzöischen Laden

Im französischen Cafè Beaulieu gibt es eine große Auswahl an französischen Spezialitäten.

Warum wir die quirlige Zoë hierher gebeten haben? Ganz einfach: Sie spricht perfekt Französisch – und will die melodische Sprache auch anderen schmackhaft machen. Zuerst wirft sie aber einen Blick in die Karte: „Gesund isst man nicht“. Als die Bedienung dann nach ihrem Wunsch fragt, parliert Zoë auch gleich in fließendem Französisch – und bestellt ein reichlich gefülltes Sandwich, ein Croissant und eine Tarte obendrein. Deshalb wünscht unsere Crew auch gleich einmal „Bon Appétit“.

Perfekte Voraussetzungen

Bereits im zarten Alter von vier Jahren ist Zoë in Kontakt mit der französischen Sprache gekommen. Sie besuchte die Vorschule des Lycée Français de Vienne (Französisch kann man aber natürlich auch am WIFI lernen). Ihre Großeltern leben in Paris, Verwandte leben verstreut im Rest von Frankreich. Perfekte Voraussetzungen zum Lernen (apprendre qc)! Was ihr zusätzlich beim Lernen geholfen hat: „Ich habe viele französische Filme angesehen und Bücher, die ich auf Deutsch gelesen habe, dann auf Französisch gelesen. Das ist ein großes Hilfsmittel“, sagt sie und beißt genüsslich in ihr Croissant, das sie vorher in Milchkaffee getunkt hat.

Elegante Sprache

Wie für viele war auch für Zoë die französische Aussprache ein Stolperstein (pierre d’achoppement, m.). Es gibt viele Wörter, die ähnlich klingen: etwa Champion oder Champignon. Ob man ein Schwammerl oder ein Champion ist, macht doch einen großen Unterschied. Laut Zoë ist die Grammatik „wahnsinnig kompliziert“. Zum Beispiel heißt es bei uns „der Tisch“ und im Französischen „die Tisch“ (table, f.). Wichtig ist, dass man die Sprache immer wieder verwendet und „man nicht einrostet“. Schwieriger als Französisch sind manchmal nur die Franzosen: „Man merkt schnell, dass die Franzosen nicht sehr offen sind für Englisch. Man kann sich einfach besser unterhalten, wenn man ein bisschen Französisch spricht. Und es ist noch dazu eine sehr elegante Sprache.“

Großer Unterschied

Zoe beim Interview

Trotz der jungen Jahre ist Zoë bereits ein ganzer Medien-Profi.

Elegant kann man im Französischen aber auch in diverse Fettnäpfchen treten (collectioner les gaffes, fig.).  Wenn man in Frankreich ein Lokal besucht, sollte man sich ein bisschen mit Wein auskennen. Einfach so einen Wein zu bestellen, sei ein riesiger Fauxpas, meint Zoë. „Der Wein und das Essen sind sehr wichtig. Man sollte zumindest so tun, als ob man sich auskennen würde.“ Das gelte auch für die Kellner, die einen sicher auf Französisch ansprechen. „Aber sobald die merken, dass man sich bemüht, gehen sie schon auf einen ein“, fügt Zoë hinzu. Nach ihrem Lieblingsessen in Frankreich gefragt, tischt sie uns doch glatt „Burger“ als knappe Antwort auf. Burger im Land von Baguettes und Bouillabaisse? Haben wir uns da nicht verhört? Nein. „Ich habe noch nirgends so gute Burger gegessen wie in Paris“, ist Zoë felsenfest überzeugt.

Wenn Sie jetzt vielleicht auch auf den Geschmack der französischen Sprache gekommen sind, dann hat das WIFI ein großes Repertoire an Französischkursen für Sie im Programm – vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen (élève avancé, m./f.).

Rezept für Tarte au citron (Zitronentorte)


Zutaten für 12 Portionen:

Teig
1 Eigelb
2 El kaltes Wasser
1 Tl Vanilleextrakt
175 g Mehl
80 g Zucker
1 Prise Salz
125 g weiche Butter

Füllung
3 Eigelb
3 Eier
180 g Zucker
180 ml Zitronensaft
2 El Zitronenschale von einer unbehandelten Zitrone
185 g Butter

Zubereitung:

In einer kleinen Schüssel Eigelb, Wasser und Vanille mischen und beiseite stellen. In einer zweiten Schüssel Mehl, Zucker und Salz mischen. Die Butter einkneten, bis es einen gleichmäßigen Teig ergibt. Dann Ei-Mischung hinzufügen und gut durchkneten. Teig zu einer Kugel formen, in Klarsichtfolie wickeln und 30 Minuten in den Kühlschrank legen. Auf der mit Mehl bestreuten Arbeitsplatte den Teig ausrollen. Eine Tarte-/Quicheform mit Butter einfetten und den Teig hineinlegen, möglichst ohne zu drücken. Der Rand sollte 1,5 – 2 cm (eine Fingerbreite) hoch sein. Die Form inklusive Teig für 15 Minuten in die Gefriertruhe legen.

Zwischenzeitlich den Backofen auf 190 Grad vorwärmen und den Teig für 25-30 Minuten backen (bis er goldbraun ist). Abkühlen lassen und derweil die Füllung vorbereiten. In einem Topf alle Zutaten mischen und auf dem Herd bei mittlerer Hitze erwärmen. Dabei regelmäßig rühren, bis das Eigelb stockt und die Flüssigkeit eine feste Masse ergibt. Vom Herd nehmen und durch ein grobmaschiges Sieb laufen lassen. Die gesiebte Masse kann dann auf den Kuchenboden gegeben werden. Anschließend 2-3 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Zur Dekoration beim Servieren eignen sich Zitronenscheiben und frische Pfefferminzblätter sowie etwas Puderzucker.

Butter in einem Topf zerlassen und 150 g Zucker zugeben. Eigelb, Zitronenschale und Zitronensaft zugeben und bei milder Hitze unter ständigem Rühren (nicht kochen!) 5-8 Minuten erwärmen, bis die Flüssigkeit bindet und dickflüssig ist. In eine Schüssel geben und abkühlen lassen.

Mit den Quirlen des Handrührers das Eiweiß mit 1 Prise Salz leicht anschlagen. Restlichen Zucker nach und nach einrieseln lassen und die Masse steif schlagen.

Zitronencreme auf dem Tarteboden verteilen. Eischnee gleichmäßig mit einem Esslöffel auf der Zitronencreme verteilen. Im vorgeheizten Backofen auf der mittleren Schiene bei 210 Grad (Gas 3-4, Umluft 190 Grad) nochmals 10-15 Minuten backen, bis das Baiser goldgelb ist. Ganz auskühlen lassen. Tarte aus der Form lösen und am besten mit dem elektrischen Messer in Stücke schneiden.