Nachhaltigkeit ist kein Trend. Im Angesicht von Klimawandel, Plastik Planet und Co. ist umweltverträgliches Verhalten zur Pflicht geworden. Viele gestalten ihr Leben bewusster. Sie trennen Müll nicht nur, sondern versuchen ihn ganz zu vermeiden. Das fließt natürlich auch ins Berufsleben mit ein.

Im Stress denkt man nicht als Erstes an die Umwelt. Oft genug brauchen wir schnell und sofort etwas: Essen, Kaffee, den aktuellen Bericht in den Händen. Dabei rutschen Gedanken an Umweltschutz gern in den Hintergrund.

Wie holt man sie hervor? Mit einfachen Tipps, die man leicht zur Gewohnheit machen kann!

1. Flaschen statt Flascherln

Wir nehmen über Verpackungen jede Menge Plastik auf. Mineralwasserflaschen, die in der Sonne stehen, geben gelöste Stoffe ab. Spätere Risiken für die Gesundheit sind noch nicht ausreichend erforscht. Nicht nur deshalb haben in den letzten Jahren individualisierte Glasflaschen einen regelrechten Trend ausgelöst. Thermo-Becher für Kaffee oder Tee sind ebenfalls beliebt.

Wo wir schon beim Thema Kaffee sind: Kapselmaschinen sind zwar ultra-praktisch fürs Büro. Will man die ganzen Kapseln aber nicht zum Schmuck recyceln, verursachen sie klarerweise jede Menge Müll. Vergleicht man die Kosten für Kapsel-Kaffee mit „normalem“ Kaffee, dann erschrickt man leicht. Man kommt auf 80 €/kg. Besser sind also Espresso- oder Filtermaschinen.

2. Essen: Selbst verpackt statt eingewickelt

To go-Produkte sind besonders schlimm für die Umwelt. Man vermeidet sie am besten ganz.

Vorgeschnittenes Obst finden viele lächerlich. Aber es gibt noch ein Argument dafür, davon die Finger zu lassen: Gerade bei Essen mit hohem Wassergehalt vermehren sich Bakterien besonders gut.

Außerdem: Auch über die Nahrung essen wir klitzekleine Teile oder gelöste Stoffe aus Verpackungen mit. Umweltfreundlicher ist es daher, daheim vorzukochen und das Essen in eigenen Behältnissen mitzunehmen. Zugegeben, es ist ein Aufwand. Aber es gibt einen Vorteil: Meist ernährt man sich so auch automatisch bewusster und gesünder.

Dabei hilft, einen Wochenplan zu erstellen. So kann man leicht einmal pro Woche groß einkaufen. Wenn Sie ein bisschen durchhalten, gewöhnen Sie sich schnell und können sich bald nicht mehr vorstellen, ohne Essen aus dem Haus zu gehen. 🙂

Vielen Büromenschen macht es auch großen Spaß, direkt vor Ort in der Mittagspause zu kochen. Denn hier hat man viele Möglichkeiten, auf Nachhaltigkeit zu achten: Man kann selbst Angebautes mitnehmen, oder die geschenkten Zucchini von der Oma einbringen oder gemeinsam Bestellungen vom Bio-Bauernhof kreativ verwerten.

Übrigens, das ist interessant: Glasverpackungen für Lebensmittel erleben gerade ein Revival. Wahrscheinlich aus oben genannten, gesundheitlichen Gründen. Sie sollten aber zu Mehrweg-Verpackungen greifen. Neuproduktion, Transport und Recycling von Glas verbrauchen jede Menge Ressourcen und Energie – mindestens genauso viel wie bei üblichen Tetrapak-Verpackungen.

Euro pro Kilo Kapselkaffee

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3. Lüften statt müffeln

Frische, sauerstoffreiche Luft ist wichtig für das Wohlbefinden. Auch die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns hängt von ihr ab. Fakt ist auch: Sie lässt sich leichter aufheizen als abgestandene Dunstschwaden jeglicher Art.

Aber nicht nur der fehlende Sauerstoff ist ein Argument für häufigeres Lüften. Die Feinstaubbelastung in Innenräumen ist grundsätzlich oft höher als auf der Straße. Zudem nehmem wir über die Atemluft auch Ausgasungen von Industrieprodukten wie Baumaterialien, Möbel oder Gegenständen auf.

Formaldehyd ist in dem Zusammenhang wahrscheinlich am bekanntesten. Der Stoff findet sich in Teppichen, Vorhängen, Textilien und in Spannplattenmöbeln. Letztere rauchen besonders lange aus, und zwar bis zu 20 Jahre lang! In hoher Konzentration ist Formaldehyd krebserregend, bei sensiblen Menschen führen bereits kleinere Belastungen zu merklichen Symptomen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit.

4. Digital statt Papiermüllberge

Viele drucken und kopieren schon längst nicht mehr unüberlegt. Auch eigene Signaturen in E-Mails erinnern daran, Papier und somit Ressourcen zu sparen. Und das ist gut so, nicht nur wegen dem Bäume-Töten, der Chlorbleiche oder dem Wasserverbrauch bei Herstellung und Recycling. Denn Drucker und Kopiertoner hinterlassen auch Feinstaub. Und wenn man darüber nachdenkt: Man riecht es eigentlich, oder?

Muss es dennoch sein, druckt man vorne und hinten, skaliert runter, was es zu skalieren gibt. Bei Druckerpatronen kann man sparen, indem man die Auflösung reduziert beziehungsweise den Modus „Entwurf“oder “schnell“ bei den Einrichtungen einstellt.

Die nervigen Werbezusendungen per Post regen Sie so richtig auf? Den unkomplizierten Abbestellungs-Link gibt’s zwar bei gedruckten Zustellungen nicht, dafür aber die „Keine Werbung“-Pickerl – übrigens Flugblattverzichter genannt. Bekommt man personalisierte Werbung, macht man sich am besten einmal die Mühe und geht Absender für Absender via Mail oder telefonisch durch. So reduziert man eine Menge Papiermüll. Zusätzlich hat auch der tägliche Aussortierungs-Grant ein Ende. 😉

5. Goodbye statt Stand-by

Licht aus, Computer aus. Alles was nicht gebraucht wird, kann man ganz abschalten. Vor allem über Nacht, das weiß jedes Kind. Der Punkt ist: Machen wir das auch tatsächlich? Mit einem Minimum an Achtsamkeit spart man hier jede Menge Energie und Kosten. Ein weiteres Argument fürs Abdrehen ist uns nicht eingefallen – also könnte man hier bittend formulieren: Hirn an! 😉

Vergessen dennoch viele: Das Handy-Ladekabel eingesteckt lassen.

6. Gemeinsam statt einsam

Es bringt nicht viel, wenn man alleine denkt und tut. Zudem liegt nicht alles in der Entscheidungsmacht von Angestellten. Hier kommen Vorgesetzte zum Zug: Ein gutes Betriebsklima umschließt auch umweltpolitische Themen und die Interessen, Wünsche und Bedürfnisse der Mitarbeiter/innen. Folgende Punkte können verantwortungsbewusste Vorgesetzte beeinflussen oder umgestalten:

Anschaffungen und Geräte

 

  • zukünftige Anschaffungen genau überlegen: Die Ressourcen, die für ein neues elektronisches Produkt wie Computer, Tabletts aufgebracht werden müssen, sind enorm. Es ist sogar noch besser, energiefressende Alt-Geräte doch noch länger zu verwenden oder diese zu reparieren,
  • beim Neukauf von Geräten auf Nachhaltigkeitssiegel achten
  • Multifunktionsgeräte vorziehen

 

Büromaterial

 

  • an Sammelbestellungen für Büromaterial festhalten
  • dabei den Fokus auf Öko-Labels, Recyclingprodukte (Papier, Umschläge), Wiederbefüll- und Verwertbares (Marker, Druckerpatronen) legen
Müll und Sauberkeit
  • Anfallenden Müll trennen, für geeignete Behältnisse und Entsorgung sorgen
  • Wert auf waschbare Putzutensilien und umweltschonende Reinigungsmittel legen
  • Altgeräte adäquat entsorgen bzw. an Bedürftige, Schulen, Vereine, etc. verschenken
Energie und Licht
  • zu Öko-Strom- und Energieanbietern wechseln
  • energieeffiziente Beleuchtung installieren (LEDs, Bewegungsmelder in unfrequentierteren Bereichen, …)

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