Viele träumen von der Selbstständigkeit. Der Weg vom Traum zum eigenen Laden, zur eigenen Werkstatt oder dem eigenen Ein-Mann- bzw. Ein-Frau-Betrieb dauert jedoch manchmal etwas länger. Zuallererst sollte man eine Frage für sich beantwortet haben: Womit mache ich mich selbstständig?

Ob mit jetzigem Beruf, mit einer Übernahme oder einem Hobby zum Beruf machen – vor allem eins ist wichtig: Sie müssen für Ihr Geschäft brennen.

Nur die Begeisterung gibt Ihnen die Kraft, auch in schwierigen Phasen durchzuhalten. Zusätzlich müssen Sie natürlich die geeigneten Qualifikationen mitbringen. Und idealerweise auch Erfahrung. 🙂

Ich habe eine Super-Idee. Und jetzt?

Angenommen, Sie haben bereits eine Super-Businessidee – aber sind sich nicht sicher, ob Sie sich damit tatsächlich selbstständig machen sollten.

Ihnen muss vor allem bewusst sein: Der Schritt in die Selbstständigkeit sollte nicht von heute auf morgen passieren. Er muss klar überlegt sein. Von einer „guten Idee“ zur Realisierung ist es ein weiter Weg, der bis ins Detail geplant werden muss. Gute Vorbereitung ist die halbe Miete – persönlich, emotional sowie beruflich auf einer Sachebene. Wir haben eine Checkliste dafür vorbereitet:

 Die persönliche Checkliste

  • Ich übernehme gerne  die Verantwortung – für alles.
  • Ich arbeite gerne allein.
  • Ich bin lösungsorientiert: Probleme sind für mich Herausforderungen.
  • Ich gebe nicht leicht auf.
  • Ich bin bereit für mein „Baby“ mehr zu arbeiten als in einem Angestelltenverhältnis.
  • Ich verfüge über die erforderlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten.
  • Ich bringe die notwendige berufliche Erfahrung in meiner Branche mit.
  • Ich habe bereits Kunden und Interessenten.
  • Familie und Freunde verstehen und unterstützen mein Vorhaben.
  • Eine  gesunde Work-Life-Balance ist für mich wichtig.
  • Ich habe die Vor- und Nachteile gründlich abgewägt. Sogar eine Pro- und Kontraliste habe ich gemacht.
  • Ich habe Probleme, Risiken, Schwierigkeiten bereits durchdacht und einkalkuliert.
  • Ich habe einen Plan B – und vielleicht sogar einen Plan C oder D.

Keine Sorge, wenn Sie nicht alles mit Ja beantwortet haben: Jetzt wissen Sie, welche Punkte noch ausbaufähig sind.

Einen ausführlichen Eignungstest finden Sie hier: Gründerservice-Unternehmertest

Geeignet? Dann auf in den Selbstständigkeitsdschungel.

Gerade am Anfang gibt es viele offene Fragen: Reglementiertes Gewerbe, freies Gewerbe, EPU, Neue Selbstständigkeit, Opting In, Gewerbeschein, Betriebsanlagengenemigung … und wie funktioniert das alles mit SVA, Steuer und Buchhaltung?

Um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, sollte man sein privates Netzwerk anzapfen – d.h. befreundete, bekannte und verwandte Unternehmer/innen fragen. Darüber hinaus gibt es mehrere Anlaufstellen:

  • Gründerservice der WKO
    Hier erwarten angehende Gründer nicht nur Beratungen und kostenlose Workshops, sondern auch Online-Ratgeber zu verschiedenen Themen wie Wahl der Rechtsform. Außerdem: Jede Menge Online-Tools und Apps.
  • Gewerbeanmeldung
    Alle Infos zur Gewerbeanmeldung gibt es auf der Webseite der WKO.
  • Arbeitsmarktservice
    Wer arbeitslos gemeldet ist und eine Geschäftsidee hat, kann am Unternehmensgründungsprogramm (UGP) des AMS teilnehmen. Hier wird Beratung und Weiterqualifizierung geboten.
  • Sozialversicherung für Selbstständige
    Für viele Jungunternehmer ist die SVA ein Buch mit sieben Siegeln. Deshalb ist es ratsam, sich vor dem Start die Erstinformation der SVA durchzulesen (Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft).
  • Förderungen
    Häufig gibt es Förderungen für junge Unternehmen –  von Bund, Ländern oder Gemeinden. Hier lohnt es sich einen Blick in die Förderdatenbank zu werfen bzw. einen Beratungstermin zu vereinbaren (siehe Link).

Planung ist alles: Der erste Business-Plan

Zu Beginn sollte man seine Business-Idee in einem detaillierten Business-Plan analysieren und festhalten. Darin geht es um die adäquate Rechtsform. Außerdem stellen Sie Ihr zukünftiges Unternehmen ausdrucksstark vor, untersuchen den Markt, führen geeignete Marketingstrategien an und stellen einen genauen Finanzplan auf.

Während der Bearbeitung treten wahrscheinlich weitere Fragen, Unklarheiten oder Unsicherheiten auf. Hier ist es ratsam, Experten/innen hinzuzuziehen – ob von Bank, Interessensvertretung oder Beratungsfirma. Auch nach Erstellung des Businessplans ist eine Überprüfung empfehlenswert, ganz nach dem Vier-Augen-Prinzip: Zwei sehen mehr als einer.

Sind alle Details geklärt, die Finanzierung gesichert, verläuft alles nach Zeitplan, dann sind Sie bereit für die Realisierungsphase. Wir wünschen viel Erfolg!

TippTipp: WIFI-Unternehmertraining

Mit dem Unternehmertraining bietet das WIFI so etwas wie ein „Business Boot Camp„. Praxisnahes Wissen für den geschäftlichen Alltag – kompakt, so dass es auch in ein Unternehmerleben passt.

Außerdem interessant: Die Podcastreihe des Gründerservice mit zahlreichen Themen für Gründer und jene, die es werden wollen.
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