Vor der Digitalisierung kamen die Roboter. Und sie sind gekommen, um zu bleiben. Bereits in 90 Prozent aller Industriebetriebe sind Roboter  im Einsatz – in der einen oder anderen Form. Viele Branchenriesen verlassen sich ganz auf Roboter – von IKEA über General Motors bis hin zu Audi und BMW. Am Ende sehen Roboter manchmal aus wie Tänzer in einer Choreographie, wie dieses Video beweist.

Am WIFI Oberösterreich gibt es deshalb das einzige autorisierte Robot College in ganz Österreich. Dem Leiter, Daniel Kloimstein, haben wir ein paar Fragen gestellt.

WIFI-Blog: In welchen Branchen kommen Roboter bereits zum Einsatz?

Daniel Kloimstein: Das sind viele Branchen. Von der Metall- und Karosserietechnik bis hin zu Bereichen, wo man sie weniger vermuten würde, wie der Lebensmittelproduktion.

Wie darf man sich Roboterprogrammierung vorstellen?

Die meisten Industrieroboter sind mit Bedienungshandgeräten ausgestattet. Die Software kommt meistens vom Hersteller. Davon gibt es einige, die alle international tätig sind. Man darf sich das nicht so vorstellen, dass Programme für große Roboter mit einem Programmiereditor geschrieben werden, wie z.B. eine Webseite.

Wenn dann fertig programmiert ist – ist die Arbeit dann zu Ende?

Nein. Jede Produktion muss neu programmiert werden. Denn jeder Roboter ist individuell. Sobald es um Späne geht – wie oft im gewerblichen Bereich – wird es etwas dreckiger. Bei Lebensmitteln ist selbstverständlich höchste Reinlichkeit geboten.

Das Robot College am WIFI Oberösterreich.

Gibt es große Unterschiede zwischen den Herstellern?

Ja, auf jeden Fall. Ein ABB-Roboter funktioniert ganz anders wie ein KUKA-Roboter. Der Hersteller FANUC zeichnet sich zum Beispiel dadurch aus, dass die Roboter mit einer Kamera ausgestattet sind, um Teile besser zu erfassen. Sie haben besonders geringes Eigengewicht. KUKA-Roboter arbeiten langsamer, ihr Zugriff ist aber besonders fest. ABB-Roboter bewegen sich besonders schnell, sie werden bei Automatisierungs- und Energietechnik eingesetzt. Für Kleinlasten eignen sich Roboter des Herstellers Stäubli.

Wie laufen die Kurse ab?

Die Teilnehmer/innen lernen an Projekten. Das ist interessant, weil sie aus den verschiedensten Bereichen kommen, vom Anlagenbediener bis zu Anlagenplaner ist alles dabei. An Arbeitstischen simulieren wir dann gemeinsam Produktionsszenarien im Kleinen. Die Umgebungen werden selber zusammengebaut. So entstehen kleine Anlagen, wie sie auch in der Praxis vorkommen.

Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?

Die Lehrberufe im Bereich Automatisierungstechnik und Mechatronik sind in den letzten Jahren viel moderner geworden. Mit diesen Ausbildungen hat man eine sehr gute Basis. Aber auch die Zertifikate für einzelne Hersteller bringen viel. Schließlich kann man im Bereich Roboterprogrammierung auch international arbeiten.

Vielen Dank für das Interview!