Wer hat nicht als Kind gerne mit Bausteinen gespielt? Die kreativsten Konstruktionen sind dabei herausgekommen! Unsere Spielfreunde haben uns Tricks gezeigt oder andere, aufregende Spielsachen mitgebracht. Wir haben gern voneinander gelernt, getauscht und geteilt. So hatten wir plötzlich viel mehr Möglichkeiten.

Diese Kindheitserinnerungen liegen im Trend: DIY (= „Do It Yourself“) ist zurück, also Selbermachen, und Sharing, also Teilen. Diese zwei wichtigen Sandkasten-Kompetenzen lassen sich auch erfolgreich in der erwachsenen Arbeitswelt umsetzen. Wir zeigen Ihnen wie:

Job Crafting – Bauen Sie sich Ihren Traumjob!

Wir sprechen hier nicht vom absoluten Umkrempelungsprozess des Angestelltenverhältnisses, oder gar den Sprung in die Selbstständigkeit[1], auch Mini-Baustellen wie Dekoration des Arbeitsplatzes oder die Übernahme eines neuen KundInnenkreises fallen in diesen Bereich. Job Crafting ist ein Phänomen, dass immer in Erscheinung tritt wenn Menschen arbeiten, denn:

  • Während wir arbeiten, arbeiten wir nicht nur unsere Aufgabenbereiche ab. Wir denken auch über unsere Arbeit nach, und stellen uns Fragen: Warum mache ich das? Was mache ich gerne? Was mache ich wie? Wann mache ich was? oder Mit wem mache ich was?
  • Diese Fragen unterlaufen einem ständigen Bewertungsprozess, aus dessen Folge wir bewusst oder auch unbewusst in unserer Arbeit Prioritäten setzen; etwas verändern, optimieren oder uns in neue Gebiete vorwagen.

Die Professorinnen Amy Wrzesniewsk und Jane Dutton beschrieben schon 2001 drei Ebenen des Job Craftings:

  • Wir wollen Arbeit aktiv verändern: Uns gefällt, Teilbereiche auszudehnen, wegzulassen oder neue Aufgaben hinzuzufügen.
  • Wir wollen unsere Arbeit hinterfragen: Welchen Sinn hat meine Arbeit; für mich und auch für andere?
  • Wir wollen mit netten Leuten arbeiten: Unsere Beziehungen gestalten wir gerne  nach unseren Wünschen – auch am Arbeitsplatz: Mit wem wir gerne arbeiten, wir uns anfreunden, oder die Mittagspause gern verbingen und mit wem eher weniger.

Einfach mal anders arbeiten!

Aktiv in diesen Bereichen etwas umzubauen, fällt uns leicht, wenn wir dafür keine Zustimmung benötigen.

Wollen Sie etwas verändern, das nicht in Ihrem Entscheidungsbereich liegt? Dann müssen sie auf jeden Fall mit der jeweiligen Person vorher Rücksprache halten. Bevor es los geht mit dem Selberbauen muss Ihre Vorgesetzte/Ihr Vorgesetzter das ganze natürlich absegnen.

Umgekehrt können Sie als ChefIn natürlich auch Ihre MitarbeiterInnen ermutigen, sich über ihr Rollenprofil und ihre Aufgabenbereiche Gedanken zu machen!

Zugegeben, es funktioniert nicht immer.

Worauf Sie achten müssen, damit die Konstruktion nicht gleich zusammenfällt:

  • Sehen Sie das Ganze als Experiment, dessen Ergebnisse immer wieder reflektiert und adaptiert werden müssen. Es wird beispielsweise nicht funktionieren, wenn unliebsame Arbeiten überhaupt nicht mehr erledigt werden.
  • Kommunikation und Sensibilität, genaue Beobachtung und Kritikfähigkeit sind hier die Schlüssel zum Erfolg.

Job Crafting bringt auch Vorteile: Mehr Eigenverantwortung und Entscheidungsfreiheit, mehr Selbstkontrolle und Selbstständigkeit führen generell zu einer höheren Zufriedenheit. Und natürlich: Mehr Spaß in und an der Arbeit! Denn nur glückliche Mitarbeiter/innen sind gute Mitarbeiter/innen.

Wenn Sie gut teilen können, ist das ihr Ding: Job Sharing

Job Sharing basiert auf Teilzeitarbeit. Sie teilen sich eine Vollzeitarbeitsstelle oder einen Arbeitsplatz mit zwei oder mehr Personen – sofern der Arbeitgeber dies möglich macht. Mittlerweile gibt es sogar spezielle Plattformen, die interessierte Job-Sharer zusammen bringen.

Dabei gibt es unterschiedliche Variationen für den Start: Sie können sich mit jemandem zusammentun, etwa einem guten Freund, und sich gemeinsam für eine Position bewerben – oder sich in ein bereits etabliertes Modell eingliedern.

Ob Karrierechance nach dem Wiedereinstieg oder Verantwortungsaufteilung als Führungskraft, die zentrale Frage ist: Bringt geteilte Arbeit tatsächlich den Erfolg? Die Antworte lautet: Ja – unter einigen Voraussetzungen.

Worauf Sie achten müssen, damit die Teilungsverhältnisse fair bleiben

Job Sharing erfordert einen erhöhten Info- bzw. Kommunikationsaufwand unter allen Beteiligten, Sie müssen also über sehr gute Kommunikations-Skills verfügen.

Job Sharing ist allerdings nichts für Sturschädel oder Einzelkämpfer! Der klügere Part  gibt eben auch mal nach; Kompromissbereitschaft und Flexiblität sind hier gefragt.

Was nicht nur in der Liebe relevant ist: Ein Gespür für die Richtige/den Richtigen. Wenn die Chemie stimmt, Sie gemeinsame Ziele anstreben, sich vertrauen und aufeinander verlassen können, dann läuft vieles wie von selbst und gröbere Schwierigkeiten treten oft gar nicht erst auf.

Chaotinnen und Chaoten aufgepasst! Um alle Bedürfnisse und Wünsche unter einen Hut zu bringen, ist ein hohes Maß an organisatorischen Fähigkeiten notwendig.

Auch Job Sharing hat Vorteile

  • Durch Job Sharing werden neue Arbeitsplätze geschaffen
  • Mehr Menschen haben mehr Perspektiven, Problemlösungsansätze, Fachwissen und Qualifikationen
  • Im Fall von Abwesenheit ist schnell Ersatz da: Lange Einschulungs- oder Wartezeiten entfallen. Dies ist besonders angenehm bei wichtigen Projekten!
  • MitarbeiterInnen können zudem leichter Verantwortung abgeben, müssen beispielsweise nicht krank E-mails schreiben, an Telefonkonferenzen teilnehmen oder gar in die Arbeit kommen.
  • In der Regel haben Teilzeit-ArbeiterInnen mehr Zeit für sich selbst, für Weiterbildung oder für Familie. Das macht zufrieden(er) und steigert nachweislich die Motivation!

TippMehr Infos über die neue Arbeitswelt?

Die WIFI Bildungs- und Berufsberatung gibt Anregungen für Veränderung. Dabei geht es immer auch um neue Arbeitsmodelle. Die passenden Ausbildungen gibt’s – wie gehabt – an den WIFIs.