Das ist bekannt: An den WIFIs gibt es das breiteste Weiterbildungsangebot. Darunter viele Spezialausbildungen, die nicht so ganz alltäglich sind. Im Rahmen unserer aktuellen Kampagne „Lern dich weiter“ holen wir sie vor den Vorhang. Diesmal: Unsere Ausbildung für Berufstaucher/innen.

Dafür haben wir den Welser Berufstaucher Konrad Steinkellner interviewt. Er betreibt sein eigenes Unternehmen für Taucharbeiten und bildet angehende Berufstaucher aus – gemeinsam mit dem WIFI Oberösterreich. Wir haben ihn gefragt, wie man Berufstaucher wird.

WIFI-Blog: Herr Steinkellner, wie sind Sie Berufstaucher geworden?

Konrad Steinkellner: Ich habe beim Militär tauchen gelernt. Über den Berufstaucher Lehrgang bin ich dann in die Branche geschlittert. Viele Kollegen sind über das Sporttauchen zum Berufstauchen gekommen, einige haben auch handwerklichen Hintergrund.

Was braucht man, um als Berufstaucher arbeiten zu können?

In Österreich braucht man einen Fachkenntnis-Nachweis. Den erlangt man über die WIFI-Ausbildung, die nach internationalen Standards gestaffelt ist.

Im ersten Schritt machen die Teilnehmer eine Prüfung zum „Scuba Commercial Diver“. Dabei geht es um das Tauchen bis zur Vollgesichtsmaske. Im zweiten Schritt geht es um das Tauchen mit verschiedenen Helmtauchgeräten.

Was macht ein Berufstaucher an einem Arbeitstag?

Die Tätigkeiten erstrecken sich über ein weites Feld. Ein Scuba Commercial Diver beschäftigt sich mit Suchen und Bergen. Dafür muss er Suchsysteme und Bergetechniken kennen (z.B. mit Kränen oder Hebesäcken). Außerdem muss er einfache Arbeiten unter Wasser durchführen können, z.B. Nägel einschlagen. Später, beim Helmgerättauchen, geht es an komplexere Tätigkeiten, wie z.B. Schweißen, Arbeiten mit Hydraulikwerkzeugen oder Unterwasser-Detonage.

Das ist technisch sehr anspruchsvoll, denn Berufstaucher arbeiten in begrenzten Zeitfenstern. Die Handgriffe müssen sitzen und werden mit Spezialisten trainiert.

Was ist das Tollste an Ihrem Beruf?

In meinem Beruf komme ich an Orte in der Welt, wo Otto Normalverbraucher nicht so schnell hinkommt. Ich war in allen Anrainerstaaten des Persischen Golfs, in China und an vielen weiteren Orten. Außerdem reizt mich der individuelle Anspruch jedes Auftrags. Tauchen ist für mich ein Abenteuer geblieben.

Welche Eigenschaften sollten angehende Berufstaucher mitbringen?

Man sollte einen gewissen Hang zur Unabhängigkeit mitbringen. Viele kommen erst im Beruf drauf, dass ihnen das viele Reisen nicht liegt, weil sie zum Beispiel gerade eine Familie gegründet haben. Außerdem sollte man Improvisieren können und anpassungsfähig sein.

Wichtig ist auch eine gewisse Offenheit. Man muss ein Freigeist sein und auf Leute jeglicher Kultur zugehen können, wenn man in der ganzen Welt arbeitet. Auch gutes Englisch ist ein Muss.

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Wie sieht es mit Berufschancen von Tauchern aus?

Generell gut. Das liegt daran, dass wir in Österreich nur geringe Kapazitäten in der Ausbildung haben. Das sieht in Schottland oder Australien ganz anders aus. Unsere Absolventen arbeiten alle – teilweise als freie Berufstaucher, teilweise fest angestellt.

Der Berufsalltag kann jedoch hart sein. Den kann man in der Ausbildung nur bis zu einem gewissen Grad simulieren.

Welche Voraussetzungen muss man mitbringen?

Um die Ausbildung anzutreten muss man zwischen 21 und 40 Jahre alt sein. Darüber oder darunter geht es nicht. Innerhalb von 11 bis 12 Wochen lernt man die Fachkenntnisse für den Nachweis. Das ist eine intensive Zeit. Es stehen Nachtübungen auf dem Programm. Außerdem wird viel am Wochenende gearbeitet, weil die Trainer aufgrund ihrer eigenen Arbeiten da am besten Zeit haben.

Außerdem rate ich allen, sich zuerst mit Sporttauchen zu beschäftigen. Wer die Grundlagen und z.B. Tauchmedizin beherrscht, kann sich ohne Stress bewegen und sich während der Berufstaucher-Ausbildung aufs wesentliche konzentrieren.

Tipp: Lern dich weiter!

Es gibt tausende Berufe. Und jeden Tag werden es mehr.

Wer nicht weiß, was er lernen soll, kann eine Bildungs- oder Berufsberatung in Anspruch nehmen.

Unter diesem Link findest du Infos zur Ausbildung für Berufstaucher/innen.

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