Trainer haben es oft nicht leicht. Sehen Sie sich doch einer Gruppe von Menschen gegenüber, die in möglichst kurzer Zeit so viel neues Wissen wie möglich mitnehmen wollen. Oder – anders gesagt – sollen. Denn mit dem Wollen ist das so eine Sache: Die Motivation der Teilnehmer, Neues zu lernen ist unterschiedlich ausgeprägt. Die einen sitzen aus freien Stücken in einer Lehrveranstaltung, die anderen, weil es der Arbeitgeber so will. Bei manchen löst allein der Gedanke ans Lernen schon negative Gefühle aus. Sie finden, Lernen sei anstrengend, wecke unangenehme Erinnerungen an die eigene Schulzeit, koste Überwindung. Die Liste ist endlos. Was tun?

Der Schlüssel: Selbstlernkompetenz 

Lernen sollte heißen: weg von der belehrenden One-Man- bzw. One-Woman-Show des Trainers, und hin zu einer Lernkultur, die Lernende in den Mittelpunkt rückt, sie motiviert und unterstützt. Nur wer sich selbstverantwortlich frisches Know-how aneignet, behält es auch für längere Zeit.

Denn aus der Lernforschung wissen wir: 80 Prozent des Wissens wird abseits formaler Bildungsaktivitäten erlernt – einfach beim Tun. Selbstlernkompetenz – also das Lernen können – ist heute eine Schlüsselkompetenz. Jedes zukunftsorientierte Unternehmen braucht motivierte Mitarbeiter, die selbstständig Dinge vorantreiben, laufend neues Wissen einbringen und das auch umsetzen können.

Lernerfolg kann man steuern 

Mit dem WIFI-Lernmodell LENA, das in Zusammenarbeit mit Prof. Rolf Arnold von der TU Kaiserslautern entwickelt wurde, hat WIFI die Rahmenbedingungen für diese neue Lernkultur geschaffen. LENA steht dabei für LEbendig und NAchhaltig – so wird gelehrt, ohne zu belehren. Stattdessen übernehmen Trainer/innen die Rolle von Lernbegleitern. Sie fördern mit innovativen Lernmethoden und ausgeprägtem Praxisbezug die Selbstlernkompetenz und unterstützen die Teilnehmer dabei, selbst Verantwortung für ihren Lernerfolg zu übernehmen. Zudem sorgen sie für eine wertschätzende Atmosphäre, die im Sinne eines nachhaltigen Lernprozesses Erfahrungslernen und auch „Fehler“ zulässt.

Wie sieht das konkret aus?

Auch, wenn es sich nicht immer vermeiden lässt (vor allem bei reinem Faktenwissen), steht beim WIFI-Lernmodell der Frontalunterricht im Hintergrund.

Vielmehr regen didaktische Methoden die Kursleiter/innen dazu an, ihr Seminardesign zu erweitern. Die sogenannten LENA-S.P.A.S.S.-Methoden erfüllen allesamt die fünf Kriterien für ein lebendiges und nachhaltiges Lernen : Es muss selbstgesteuert, produktiv, aktivierend, situativ und sozial sein. „LENA-Inspiration“ liefern Methoden-Workshops für Trainer, die regelmäßig und landesweit von den WIFIs angeboten werden.

Gute Gründe für Selbstlernkompetenz

Wer lebendig und nachhaltig lehrt …

  • … entlastet: Sie können aufatmen, denn die Verantwortung für den Lernerfolg liegt bei Ihren Teilnehmern. Ihre Aufgabe ist es, Sie dorthin zu begleiten.
  • … motiviert: Vielleicht sind Ihre Teilnehmer anfangs skeptisch, aber dann werden sie umso mehr begeistert bei der Sache sein.
  • … bringt Abwechslung: Schluss mit Routine und Langeweile! Nicht nur die Teilnehmenden werden Spaß im Kurs haben. Auch Sie werden gewohnte Inhalte aus einem neuen Blickwinkel sehen.
  • … bereichert: Auch Sie haben die Chance, Neues zu lernen, nämlich von Ihren Teilnehmern – nützen Sie sie!
  • … regt zur Reflexion an: Es ist Ihre Haltung, die Raum für lebendiges und Nachhaltiges Lernen schafft. Definieren Sie bewusst Ihre Rolle als Trainer!

Buchtipp: 29 Regeln für eine kluge Lehre. Wie man lehrt ohne zu belehren. Das LENA-Modell. Von Univ. Prof. Dr. Rolf Arnold.