Wissen Sie was Candidate Experience heißt? Der Begriff beschreibt den Erlebnisfaktor, den die Bewerberinnen und Bewerber im Bewerbungsprozess haben. Und der soll so angenehm wie möglich und unverwechselbar sein. Im Bereich Bewerbung und Lebenslauf gibt es viele solche Trends und Mode-Begriffe. Manchmal ist es schwer hier mitzuhalten.

Mittlerweile gibt es sogar eigene Bewerbungs-Apps. Online-Bewerbungen bieten viele Unternehmen an.

Bei den vielen Trends entsteht so manche Unsicherheit. Es beginnt beim Lebenslauf. Was steht drin, was nicht? Wie soll er ausschauen?

Das Wichtigste zuerst

Das Meiste ist beim Alten geblieben.  Ein Überblick aller inhaltlichen und formalen Kriterien:

Der Lebenslauf soll …

  • übersichtlich geschrieben und gestaltet sein. Am besten geht das in tabellarischer Form.
  • auf die Stelle Zugeschnittenes beinhalten. Nur für die Stelle Relevantes wird hier angeführt.
  • eine umgekehrte Chronologie haben: Das aktuelle Arbeits-, bzw. Ausbildungsverhältnis kommt zuerst, ebenso neue Kompetenzen und Interessen.
  • dabei das Wichtige zuerst anführen.
  • Gliederungen und Abstände aufweisen.
  • mittlerweile eben auch visuell durchdacht sein.
  • dabei dennoch gut erkennbar bleiben und kein Gewirr aus Schriften und Farben darstellen. Zum Vergleichen, wie es nicht geht: Typische No-Gos im Grafik Design
  • einheitlich sein. Neben Grafischen Elementen sollen auch Formulierungen und Formatierungen gleich gestaltet sein, etwa bei Aufzählungen.

Ein Spezialfall ergibt sich bei zu vielen Lücken im Lebenslauf oder wenn sich viel überschneidet und nicht strikt nacheinander aufgelistet werden kann. Hier ist es angeraten, auf die tabellarische Form zu verzichten.

Eine Besonderheit ist der Europass-Lebenslauf, der manchmal gewünscht wird. Hier gibt es auch viele Vorlagen, in die man direkt reinarbeiten kann.

Gute Grafik bringt Erfolg

Wichtiges soll schnell ins Auge springen. Deshalb ist die grafische Aufbereitung wichtiger geworden. Es hat sich außerdem gezeigt, dass Bewerbungen mit grafisch prägnanten Objekten deutlich öfter auf den Ja-Stapel gelegt werden.

Mit vor-formatierten Musterbewerbungen oder dem Bewerbungsgenerator vom AMS kann man wenig falsch machen. Letzterer bietet u.a. verschiedene Designs zur Auswahl an. Einen solchen Service gibt’s mittlerweile auch bei sozialen Netzwerken wie Xing. Googelt man „Lebenslauf+grafisch“ findet man außerdem jede Menge Inspirationen.

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Foto: Fotostudio oder Selfie?

Ein Foto ist nicht Pflicht, aber oft sogar ausdrücklich erwünscht. Ein Bild sollte professionell gemacht sein und zum Unternehmen passen, für das man sich bewirbt. Hierfür kann man sich die Ästhetik der Firmenhomepage anschauen: Geht auch schwarz-weiß? Wie sind die Menschen abgebildet, wie ist ihr Ausdruck? Lächeln ist z.B. nicht mehr zwingend nötig.

Selfies müssen auch nicht zwingend schlecht sein. Es gibt Tonnen von Anleitungen und Tutorials für ein selbstgemachtes Fotos. Wählen Sie am Ende mit einer Vertrauensperson ein geeignetes Foto aus.

Ausnahme Kreativbranche: Hier ist vieles möglich, auch Trauerblick oder Polizeifoto-ähnliche Bilder. Stöbern Sie mal auf Homepages von Künstler/innen oder Musiker/innen!

Und weil man es immer wieder sieht und es ganz furchtbares No-Go ist: Snapchat-Filter-Fotos. Diese sollten auch nicht auf Profilen öffentlich sichtbar sein. Wie Sie als Hase oder Mäuschen aussehen, mit Obstkorb am Kopf oder ähnlichem, will einfach kein Personaler sehen. Denn vergessen Sie nie: Heutzutage wird man gegoogelt, gesucht und gefunden …

Was man bei einem Foto ganz grob falsch machen kann, lesen Sie in unserem Bewerbungsfehler-Blogartikel.

Brauche ich eine Mappe?

Abschließend werfen wir noch einen Blick auf die Bewerbungsmappe: Ist sie schon veraltet?

Es gibt sie nach wie vor! Allerdings kommt es auf das Unternehmen an, ob eine Bewerbungsmappe notwendig ist.

  • Einige Firmen setzen auch ganz bewusst auf die analoge Bewerbungsmappe. Die Bewerber/innen müssen sich mehr Mühe geben. Und es werden nicht so viele Bewerbungen erhalten wie online.
  • Andere Personalverantwortliche haben keine Freude damit, wenn sich die Mappen auf dem Schreibtisch türmen.

In diesem Zusammenhang seien nochmal die Kreativen erwähnt: Ein Comeback des Handwerklichen bringt höchst individuelle kleine Kunstwerke hervor – oft handvernäht, handgeschrieben und mit gezeichneten Arbeitsproben. Man will ja mit der Bewerbungsmappe bereits zeigen, was man kann … 😉

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