Wer mit Kindern konfrontiert ist, trägt Verantwortung – ob Geburtstagsparty, Übernachtsungssituationen, Familienfeste, Ausflüge oder sonstige Unternehmungen. Eltern und Familienmitglieder, Babysitter und Kinderbetreuer/innen kennen das: Allein der Gedanke daran, was alles passieren kann, macht Angst und stresst.

Manchmal muss man den Horrofilm im Kopf laufen lassen oder einfach mal lachen – weil ja meistens nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird. Nicht? Zur weiteren Beruhigung haben wir uns ein paar Tipps überlegt, für den jeweiligen Akutfall.

1. Fürs Aua: Erste Hilfe auffrischen!

Zu hoch geschaukelt, zu wild gerannt, doch das scharfe Messer benutzt, auf den Heizkörper gestolpert: Aua!

Unfälle passieren schnell und klopfen nicht vorher an. Um nicht nur in Notfallsituationen richtig reagieren zu können und selbst auch gute Erste Hilfe zu leisten, sollten die Kenntnisse regelmäßig einem Update unterzogen werden.

2. Happa Happa: Kindgerecht kochen!

Vorbildhafte Erwachsene achten darauf, dass gesund und ausreichend gegessen wird. Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien und Medikamenten-Einnahmen müssen beachtet werden.

Idealerweise ist das zubereitete Mahl auch noch kindgerecht zubereitet. Was sich nach viel Mühe anhört, wird nicht immer belohnt. Kinder können gnadenlos sein und mit stiller Verweigerung, langatmigen Protesten oder tobsuchtsartigen Wutanfällen reagieren. Hört sich nach Drama an, ist aber halb so schlimm. Denn: Vor dem Hungertod isst wahrscheinlich auch der wählerischste Mini-Gourmet doch noch ein Brot.

So wird‘s lustiger: Gemeinsam kochen und voneinander lernen. Man kann z.B. auch Zwiebelschneidenlernen zu einem Event machen. Eine genaue Anleitung („Die Tigerkralle“ machen, um die Zwiebel schön fest zu fixieren) und Skibrillen als Tränenschutz sind Grundvoraussetzungen. 🙂

Link: Gute und einfache Rezepte für Kinder

3. Sooo faaad: Aktivitäten planen!

Wenn Kinder mit grantigem Unterton sagen: „Es ist fad!“, dann  ist äußerste Vorsicht geboten. Das ist gar nicht gut. Kinder kommen ganz schnell auf Ideen. Gute wie schlechte, voller guter Absichten – aber auch Unfälle. Ein Sack Mehl kann Einiges anrichten, wie dieses Video zeigt.

Eltern sollten sich also etwas einfallen lassen. Ein Tipp für alle Anfänger/innen: an die eigene Kindheit denken. Verstecken Spielen, Verkleiden, Scharade, Malen und Zeichnen, ein bisschen singen … finden Kinder oft interessanter als Tablet und Smartphone.

Wer doch schnell was aus dem Internet braucht:

4. Tropf Tropf: Beschäftigungen bei Regen

Schreckensszenario: Es regnet … und es gibt keinen Alternativplan.

Nette und witzige Ideen nur für drinnen haben wir schon mal vorgestellt.

5. Ich kann nicht schlaaaafen: Rituale schaffen!

Kinder haben manchmal eine beneidenswerte Energie. Einem selbst fallen schon fast die Augen zu, aber die Kids sind nicht einmal ansatzweise müde. Da wird auf der Couch gesprungen und geturnt als gäb‘s kein Morgen, „Nein!“ wird zum aktuellen Lieblingswort, Protesttränen fließen, wenn man Zahnbürste und Pyjama zum Thema macht.

Gründe gibt es viele: Abends noch zu viel Zucker, aufregende körperliche Aktivität oder zu viel blaues Licht – also ganz wie bei Erwachsenen. Oft liegt es auch an Gruppensituationen, und die Kinder stacheln sich gegenseitig zum Aufbleiben an.

Meist ist es in Wahrheit jedoch viel einfacher: Wenn ein ereignissreicher Tag zu Ende geht, braucht jedes Kind Schlafen-geh-Rituale. Und die sind natürlich unterschiedlich. Bei den einen gibt es noch ein Stück Schoki als „Betthupferl“, bei den anderen ist das streng verpönnt. Manche sind es gewöhnt, vor dem zu Bett gehen zu beten, manche legen sich zur Entspannung in die Badewanne.

Auf das gute alte Geschichtenvorlesen kann man sich meistens einigen. Ist die Stimme schon beansprucht, erweisen Hörspiele gute Dienste. Gibt‘s auch auf Youtube.

Viele Märchen sind brutal und sexistisch, viele Geschichten nicht gendersensibel oder diversity gerecht. Ein paar junge Mütter haben sich in einem Blog diesbezüglich Gedanken gemacht, recherchiert, viel gelesen und  eine gute Übersicht zu modernen Büchern zusammengestellt.

 6. Heimweh-Alarm: Schritt für Schritt!

Schlaflosigkeit kann auch davon kommen, sich fremd und nicht wohl zu fühlen. Klar, wenn man woanders als gewohnt übernachtet, vermisst man schnell das Zuhause. Wenn dieses Gefühl sehr schmerzvoll wird,  ist für alle Beteiligten erst mal Schluss mit lustig. Wer kennt nicht mindestens eine Geschichte, in der Bekannte des nächtens noch einiges an Kilometern und Nervenkapazitäten hinter sich gelassen haben, um das Gast-Kind wieder nach Hause zu bringen?

Kinder, die das erste Mal länger von zu Hause weg sind, sollte man vorher ausführlich darauf vorbereiten bzw. das Weg-sein Schritt für Schritt einüben, mal länger bei Oma bleiben, etc.  und eine konkrete Situation in der nahen Zukunft visualisieren. Hilft auch, wenn man gemeinsam als Familie verreist.

Billige Ablenkungen können im Notfall nützlich sein: Brot und Spiele (= Eis, Eine Runde Wii, Playstation spielen) oder, jetzt mal ernsthaft: Eine Umarmung, ein ehrlich offenes Ohr und tröstende Worte.

7. Pipi-Alarm: Wenn mal was daneben geht …

Bleiben wir beim Übernachten. Auch kleinere Unfälle können für alle Beteiligten unangenehm werden. Die Gründe für nächtliches Nachlassen der Blasenfasskraft reichen von körperlichen Ursachen, schwerwiegenden emotionalen Belastungen, (Klo-)Träumen bis hin zu einer momentanen Stresssituation, die ein ungewohnter Nächtigungsort auslösen kann.

Daher empfiehlt es sich, prophylaktisch PVC-Schutzlaken zu benutzen oder eben mitzugeben. Dann hinterlässt das eine oder andere Malheur zumindest keine bleibenden Spuren.

8. Doktorspiele: Kindgerechte Aufklärung!

Hihi. Ja – so reagieren viele, wenn sie Kinder dabei „erwischen“. Dass Doktorspiele etwas ganz Normales, Gesundes, Wichtiges sind, wissen wir. Wie soll man aber aber konkret darauf reagieren?

Viele Kinder haben bereits ein eigenes Smartphone. Die Konfrontation mit Internetpornografie bereits in jungem Alter ist heutzutage ein Phänomen, mit dem wir uns auseinandersetzen müssen. Wie man auf Themen rund um Sexualität genau reagieren kann, auch ohne von einer Peinlichkeitsfalle in die nächste zu tappen und sie gleich mit einer ausführlichen Aufklärung zu überfordern, erfährt man hier:

9. Rechtliche Infos einholen!

Als Elternteil aber auch als Betreuungsperson hat man natürlich jede Menge Verantwortung zu tragen. Selbst bei der besten Aufsicht kann mal etwas passieren. Wie man sich absichern kann und wann man bereits mit einem Fuß im Gefängnis steht, erfahren Sie hier.

TippTipp: Kinderbetreuung zum Beruf machen!

Wer etwas Kreativität walten lässt, hat viel Spaß mit Kindern.

Viele Wiedereinsteiger/innen machen Kinderbetreuung deshalb zum Beruf – z.B. als Kindergartenhelfer/innen. Die Ausbildung dafür gibt es natürlich bei den WIFIs – alle Infos hier.🙂

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