Digitalisierung betrifft jedes Unternehmen – denn was morgen im Geschäftsleben üblich ist, können wir heute noch gar nicht erahnen. Ein paar Trends zeichnen sich jedoch schon ab. Wir haben mit Michael Dell gesprochen. Seit mehr als 25 Jahren arbeitet er als Innovationsberater und Trendforscher – für große Unternehmen, aber auch für Start-ups. Die digitale Veränderung ist sein geschäft. Er meint: „Wo Risiken sind, sind auch Chancen“.

Michael Dell: „Wer gut vorbereitet ist, wird erfolgreicher“

WIFI-Blog: Muss man Angst vor der Digitalisierung haben?

Michael Dell: Wir haben die erste industrielle Revolution überlebt, die zweite und die dritte. Wir werden auch die vierte industrielle Revolution überleben. Der Satz „Wo Chancen sind, gibt es auch Risiken“ gilt auch umgekehrt: „Wo Risiken sind, gibt es auch Chancen“.

Warum sollten Unternehmen gerade jetzt in die Ausbildung investieren?

Früher gab es Innovationszyklen von 20 bis 30 Jahren, heute dauern sie zwei Jahre. Ich empfehle, dass Teams in ihre Ausbildung investieren. Das kostet hauptsächlich Zeit – gar nicht so viel Geld. Denn es gibt zahlreiche geförderte Angebote. Wer auf die digitale Evolution der Revolution besser vorbereitet ist, ist erfolgreicher. Es geht darum digitalisierte Produkte und Dienstleistungen zu erkennen und umzusetzen – sowie potenzielle Risiken zu sehen und zu vermeiden.

Wo liegen für Sie die Chancen der Digitalisierung?

Es geht vorwiegend um zwei Bereiche: Einerseits darum, unbefriedigte Kundennutzen zu erkennen. Unternehmer müssen zukünftige Kundenprobleme kreativ lösen.

Andererseits geht es um die Unterstützung von unternehmensübergreifenden Prozessen. Das ist ein vielfach unterschätzter Bereich der Digitalisierung mit sehr viel Potenzial. Die so „gewonnene“ Zeit kann beispielsweise dafür verwendet werden, um gezielt Kundennutzen zu erhöhen.

Was ist bei der Digitalisierung für Unternehmerinnen und Unternehmer relevant?

Es geht um folgende Fragen: Verdiene ich gleich viel oder mehr? Macht es meine Arbeit leichter? Habe ich dadurch mehr Zeit? Kann ich dadurch Alleinstellungmerkmale generieren? Kann ich kreativer werden?

 

ABC der DIGITALISIERUNG: Von Apps bis Trends

Apps

Apps können vieles für Unternehmen leisten. Auch für Unternehmen, bei denen man es nicht vermuten würde. Die Einkaufsgenossenschaft der Wiener Rauchfangkehrer betreibt z.B. eine App, mit der gleich auf dem Dach die richtigen Produkte bestellt werden können.

 

Augmented Reality

 

Zum Beispiel wird Augmented Reality in Zukunft breit eingesetzt werden. Eine Unternehmerin der Modebranche könnte ihren Kundinnen anbieten, dass sie sich mit dem Kleid ihrer Wahl auf einem Bildschirm sehen können, ohne das Kleid anziehen zu müssen. Die Unternehmerin kann auch ihre Prozesssteuerung, ihre Produktionsplanung und ihren Internetverkauf transformieren.

Auch im Bereich des Zusammenarbeitens wird durch Augmented Reality vieles einfacher. Ein Planungsunternehmen in der Baubranche zum Beispiel setzt AR bereits ein. Damit ist es möglich auch Menschen, die nicht körperlich anwesend sind, in Entscheidungen miteinzubeziehen. Und in der Dokumentation kann man die Prozesse stark vereinfachen: Ein Foto wird zu einem Dokument, das plangenau verortet ist und zweidimensional oder dreidimensional dargestellt werden kann.

Big Data

Big Data ist auch für kleine Unternehmen relevant. Ein Unternehmen im Bereich Sanierungen in der Baubranche beispielsweise macht sich Big Data zu Nutze, um auf Fehlentwicklungen aufmerksam zu machen. Und akquiriert auf diese Weise Kunden.

 

Generationen

 

Für Digital Leadership braucht es das Zusammenspiel aller. Digital Natives sollen mit der Generation 50+ zusammenkommen, die bestehendes Erfahrungswissen haben. Gemeinsam kann man alles noch viel besser machen.

Internet der Dinge

Mit dem Internet der Dinge werden viele Dinge anders. Stellen wir uns ein T-Shirt vor, das die Herzfrequenz misst. Dieses T-Shirt kann zum Lebensretter werden, wenn es gleich die Rettung ruft.

In produzierenden Unternehmen können Maschinen Daten senden, die unternehmensübergreifend auf die Zulieferer-Kette Einfluss nehmen. Und sie können Umfelddaten einbeziehen, um die Planung zu optimieren.

Robotik - auch in der Gastro

Roboter können zum Beispiel auch in der Systemgastronomie eingesetzt werden. In Deutschland gibt es schon einen Pizzaroboter in einer Massenpizzeria. Generell in der Robotik ist es so, dass Menschen von Arbeiten, die körperliche, aber auch psychischen Schmerzen verursachen befreit werden.

Sharing Economy

Ja, wir müssen uns neue Geschäftsmodelle überlegen. Den Wohnraum, ein Auto zu teilen ist bei uns schon bekannt und angekommen. Oder auch Geschäftslokale, die geteilt werden und mit unterschiedlichen Branchen bespielt werden, sind attraktiv und nicht mehr ganz neu. Oder das Arbeiten in gemeinsamen Räumen, die Coworking Spaces. Es gibt aber auch schon Beispiele, wo Mode geteilt wird. Beispielsweise bei Ballkleidern und Socken. Es geht darum neue Geschäftsmodelle anzudenken. Was wäre etwas, was man gut brauchen könnte?

Selbstfahrende Autos

Das private Auto der Zukunft gehört nicht dem, der es fährt. Es wird geliehen und mittels App geholt. Es wird weniger Autos geben. Der öffentliche Raum bekommt Platz zurück. Die Menschen gewinnen Zeit.

Das heißt, wir können uns unternehmerische Angebote überlegen: Welche Angebote schaffen wir im öffentlichen Raum, welche für die neu gewonnene Zeit, und so weiter.

Steuerbare Rollstühle

Der Bedarf an Pflegeunterstützung und Eigenermächtigung von zu Pflegenden wird in Zukunft steigen. Ein Mechatroniker, der durch den Schlaganfall seines Vaters persönlich betroffen war, hat einen leicht steuerbaren Rollstuhl entwickelt, mit dem auch die Türen geöffnet und geschlossen, das Licht ein- und ausgeschaltet oder das Wasser ein- und aufgedreht werden kann. Dies sind aber Entwicklungen, die für jeden von uns durchaus Sinn machen können.

Trends der Digitalisierung

Das sind die Fragen nach Privatsphäre, nach Datensicherheit, nach Ungerechtigkeiten bei Steuern.

TippTIPP: Kostenloses Webinar am 25.1.!

Fragen zum Thema Digitale Trends? Am 25. Jänner ist die beste Gelegenheit, sie zu stellen. Das WIFI Unternehmerservice veranstaltet wieder ein Webinar – kostenlos. Hier geht’s zur Anmeldung und zu den wichtigsten Infos!