Noch bevor kleine Kinder denken können, fühlen sie. Die Emotionen sind immer zuerst da. Auch beim Lernen. Wir haben die 5 menschlichen Basis-Emotionen für Sie zusammengefasst – und geben Tipps dafür, was man tun kann, wenn einen beim Lernen die Emotionen in den Kopf steigen. Achtung: Gefühle unterdrücken ist niemals richtig. Wichtig ist, richtig mit ihnen umzugehen.

angstAngst

Wie man sich fühlt

„Der Prüfungstermin rückt immer näher. Es ist richtig viel Stoff. Im Kurs hab ich ihn nur so halb kapiert. Wie soll ich das bei der Prüfung jemals hinkriegen? Was ist, wenn ich die Prüfung nicht schaffe? Denken dann alle, ich bin dumm?“

Was man wissen sollte

Angst hat in der Evolution den Menschen das Überleben gesichert. Dafür ist der Mandelkern im Gehirn verantwortlich: Er hat eine wichtige Schutzfunktion, die Menschen seit jeher dabei half, Gefahren zu vermeiden.

Was man tun kann

Ja, Angst hilft, Gefahren zu vermeiden. Aber beim Lernen kann sie auch ein Hindernis sein, weil sie das Assoziieren erschwert. Dagegen hilft nur: sich seiner Prüfungsangst stellen und versuchen, sich durch sie zu motivieren. Wer gut gebüffelt hat, braucht schließlich keine Angst zu haben. Außerdem: Man sollte sich ein bisschen runter holen! Die Prüfung haben in den meisten Fällen viele andere vor einem geschafft.

Wut

Wie man sich fühlt

„So eine blöde Aufgabe. Wer braucht das im echten Leben? Wann muss ich bitte in der Arbeit eine Kurve diskutieren oder ein Gedicht interpretieren. Das ist mir doch wirklich zu blöd!“

Was man wissen sollte

Wut und Zorn sind wichtige Emotionen. Bei ihnen geht es um Zerstörung, um ein Bedürfnis zu befriedigen. In der Evolution bereitete Wut auf einen Kampf vor, z.B. um die Nahrung zu verteidigen.

Was man tun kann

Die Mathematik- oder Deutsch-Aufgabe hat einem nun wirklich nichts getan. Sie steht friedlich auf einem Blatt Papier, egal ob man sich mit ihr beschäftigst oder nicht. Kommt die Wut vielleicht wo anders her? Was hilft: kurz drüber nachdenken, ein bisschen in die Luft schauen – und als Herausforderung sehen!

Tipp

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Ekel

ekel

Wie man sich fühlt

„Diese Lernmaterialien fass‘ ich nicht mal mit dem kleinen Finger an. Das interessiert mich nicht die Bohne. Vielleicht lass‘ ich sie im Vorzimmer. Oder noch besser: in der Garage“.

Was man wissen sollte

Ekel bietet – wie die Angst – Schutz vor Bedrohungen. Der Ekel vor Spinnen, Würmern oder verfaulten Lebensmitteln warnt den Körper und ist somit etwas Gutes. Der Ekel vor dem Prüfungsstoff ist jedoch – gelinde gesagt – übertrieben. 🙂

Was man tun kann

Manche Menschen empfinden so viel Abscheu, dass sie mit dem Lernstoff am liebsten nichts zu tun haben wollen. Das geht jedoch nicht allen so. Was hilft: eine/n Lernpartner/in, dem es anders geht. Viele sprechen mit den Trainern, die einem Berührungsängste nehmen können. Dabei kein Blatt vor den Mund nehmen. Man kann ruhig fragen: Was finden Sie daran so interessant?

Überraschung

überraschung

Wie man sich fühlt

Was, so funktioniert das also? Das hätte ich mir aber ganz anders vorgestellt. Mal sehen, was da noch so kommt.“

Was man wissen sollte

Wenn wir uns überrascht fühlen, orientieren wir uns neu. Das bewirkt höhere Aufmerksamkeit. Informationen können nämlich über neue Reize leichter aufgenommen werden. Die ideale Voraussetzung zum Lernen!

Was man tun kann

„Lass‘ dich überraschen!“ hat schon Rudi Carrell im Fernsehen gesungen. Wer sich überraschen lässt, erinnert sich besser – und hat dann bessere Karten bei der Prüfung.

Freude

freude

Wie man sich fühlt

„Wow, das interessiert mich total. Kann’s kaum erwarten bis zum nächsten Kurs. Bin richtig happy mit meiner Entscheidung!

Was man wissen sollte

Glückwunsch! Wer Freude beim Lernen empfindet, ist im Elfenbeinturm der Lerngefühle angekommen. Denn wenn Menschen fröhlich sind, nehmen sie positive Reize aus der Außenwelt besser auf. Wenn wir gut drauf sind, wollen wir das Gefühl immer wieder erleben.

Was man tun kann

Wenn man happy beim Lernen ist: Bloß nichts ändern! Einfach genießen, dass man sich mit etwas Interessantem beschäftigen darf! Wenn die Freude einmal nachlässt: Einfach dran denken, weshalb man sich für den Kurs entschieden hast. Die Freude kommt dann meistens zurück.

Den ganzen Artikel von Manuela Wagner-Ottawa kannst du auf wifi.at im Blättermagazin lesen.