Digitalisierung betrifft auch die Kleinen. In großen Firmen schmieden oft eigene Abteilungen digitale Strategien. Start-ups denken die Online-Strategie schon im Business-Plan mit. Aber an Einzelunternehmern und alteingesessenen Unternehmen zieht die Zukunft nicht vorbei. Im Zentrum steht das Geschäftsmodell: Ist es „digital fit“? Können damit auch in Zukunft noch die meisten Einnahmen erzielt werden?

Ein Beispiel: In Wien gibt es ein Bekleidungsunternehmen, das seit Generationen geführt wird. 2001 hat der Sohn die 6 Filialen übernommen – in Zeiten von Online Shopping keine einfache Angelegenheit. Wie kann man ein Unternehmen zukunftssicher machen?

Was können und was wollen wir tun?

Tagtäglich schwappt eine neue Welle von Trends auf unsere Bildschirme. Aber muss man jeden Trend mitmachen? Wichtig sei, zu wissen was man will, meint Unternehmensberaterin Irina Röd. Sie hat sich auf Innovation und strategisches Marketing spezialisiert. „Es geht nicht um die Frage, was könnten wir tun, sondern um die Frage, was können und was wollen wir tun.“

Für den WIFI-Blog hat sie vier Tipps für Firmen auf dem Weg zur Digitalisierung.

Tipp 1: Informationen sammeln!

Ohne digitales Know-how kann man keine Entscheidungen treffen. Deshalb sollte man sich erst einmal ansehen, was andere Unternehmen in diesem Bereich unternehmen – und welche Trends am Horizont auftauchen. Das betrifft die Geschäftsführung – aber auch die Mitarbeiter. Denn nicht jeder Trend bleibt. Man sollte sich deshalb bei der Marktbeobachtung etwas Zeit geben.

Tipp 2: Nehmen Sie Ihre Kundschaft unter die Lupe!

Wer sein Geschäftsmodell verändern will, sollte seinen Blick auf die bestehende Kundschaft richten – und Bedürfnisse analysieren. Dazu braucht man keine große Marktforschung. Nachfragen kann wertvolle Hinweise geben!

Tipp 3: Kräfte bündeln!

Unsere Ressourcen sind limitiert. Wer etwas Neues anfängt, muss oft etwas Altes sein lassen. Bei der Neuausrichtung eines Unternehmens müssen Entscheidungen getroffen werden. Oft hilft es, sich auf das eigentliche Kernprodukt zu spezialisieren. Denn schließlich kann man nicht auf allen Kanälen Top-Leistungen bringen. Besser: Das was man kann, perfektionieren. Das bedeutet aber, dass unternehmensintern umgeschichtet werden muss. Verena Röd: „Wenn Sie einen Baustein des Geschäftsmodells verändern, müssen andere oft auch verschoben werden.“

Tipp 4: Mit den besten arbeiten!

Wenn die Strategie gefunden ist, geht es an die Umsetzung. Dafür sollte man nur mit erfahrenen Dienstleister/innen zusammenarbeiten. Die „eierlegende Wollmilchsau“ gibt es ebenso wenig wie die Agentur, die alles kann. Schon ein Webshop kann es in sich haben. Deshalb: Profis ranlassen!

Zurück zum Beispiel: Der neue Besitzer des Bekleidungsunternehmens hat sein Geschäft zukunftssicher gemacht: Das Sortiment wurde bereinigt und ein Schwerpunkt gesetzt. Einige Filialen schlossen, aber es wurde ein Online-Shop geschaffen. Social Media-Kanäle wurden wichtig. Damit veränderte sich vieles: die Prozesse, die Logistik, neue Dienstleistungen waren gefragt, neue Mitarbeiterinnen werden eingestellt.